02 Tag 2: Aufstieg zum Schneefeld

In den letzten Tagen haben wir unser Lager im Johan Petersen Fjord aufgeschlagen und das Material zum Schneefeld transportiert. Dabei mussten etliche Höhenmeter überwunden werden weshalb wir die rund 90 Kilo Ausrüstung pro Person in mehreren Etappen befördert haben. Bei bisher gutem Wetter sind wir auch schon einen Polarfuchs und Schneehühner beobachten können.

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In the last few days we have set up camp in the Johan Petersen Fjord and transported the material to the snow field. Several meters of altitude had to be overcome, which is why we transported around 90 kilos of equipment per person in several stages. If weather has been good so far, we can also observe an arctic fox and ptarmigan.

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Bootsfahrt durch den Fjord (Referenzbild 2017)
Thomas baut das Lager auf (Referenzbild 2017)

01 Anreise

Wir sind in Grönland! Unsere Anreise bestand zunächst aus dem Versammeln des Teams in Kopenhagen und dem anschließenden gemeinsamen Flug nach Nuuk (Westküste Grönland). Für die Einreise nach Grönland ist aktuell ein maximal fünf Tage alter Corona-Test nötig, den wir alle in dieser Woche gemacht haben. Zum Glück alle mit negativem Ergebnis.

Während wir über die Ostküste geflogen sind, haben wir bereits die Stelle begutachten können, an der wir den Aufstieg zum Innlandeis beginnen werden. Der eigentlich für Dienstag (04.08.2020) geplante Start muss leider etwas nach hinten verschoben werden, da wir uns fünf Tage in Nuuk (Westküste Grönland) in Quarantäne begeben müssen, bevor wir weiter nach Tasiilaq (Ostküste Grönland) reisen können.

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We are in Greenland! Our journey initially consisted of gathering the team in Copenhagen and then flying together to Nuuk (west coast of Greenland). To enter Greenland, a corona test that is five days old is currently necessary, which we all did this week. Fortunately, all tests were negative.

While we flew over the east coast, we have already been able to examine the point at which we will begin the ascent to the inland ice. The start actually planned for Tuesday (04.08.2020) unfortunately has to be postponed a bit since we have to quarantine five days in Nuuk (west coast of Greenland) before we can travel on to Tasiilaq (east coast of Greenland).

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Am Flughafen Kopenhagen
Frank beim Bügeln
Im Hostel in Kopenhagen
Überflug der Ostküste

PS: Marco ist natürlich auch dabei aber hinter der Kamera. 😉

00 Finale Vorbereitungen

Es ist soweit! Die Abreise Richtung Grönland steht kurz bevor. Am kommenden Donnerstag (30.07.2020) brechen wir auf, um die Spurensuche 2020 zu starten und wir wollen, dass ihr dabei seid. Deshalb folgt uns auf Facebook, Instagram und Startnext.

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Das Permit, also die Genehmigung der grönländischen Behörden, liegt uns jetzt vor, die Kiste mit der Ausrüstung, den Vorräten und der Messtechnik ist schon vor Ort und wir kümmern uns um die finalen Vorbereitungen. Unter anderem sind wir aktuell dabei das Wetter vor Ort zu beobachten und daraus die Feinplanung zu entwickeln. Bis zuletzt war es eine Zitterpartie, ob wir in diesem Jahr Grönland durchqueren können. Aber die Hartnäckigkeit und die Vorfreude auf diese Erfahrung haben sich gelohnt!

Sobald wir am Freitag (31.07.2020) in Grönland landen, startet die letzte Phase der Vorbereitung. Dazu zählt die offizielle Anmeldung bei den grönländischen Behörden und das Packen der Pulken. Nur wenige Tage später am 04.08.2020 werden wir das Eis betreten und uns unseren Weg zur Westküste bahnen. Dann beginnt auch das Sammeln der wissenschaftlichen Daten. Wir wollen die Höhenänderungen entlang der Traverse messen. Der Vergleich mit den Daten aus den Vorjahren soll in der Nachbearbeitung Aufschluss über den Massenverlust des Gletschers geben. Außerdem werden wir weitere glaziologische Parameter, wie die Dichte und den Eishorizont messen.

In Kürze gibt es weitere Einblicke in den Reiseverlauf! Außerdem könnt ihr in Kürze unsere Route jederzeit und von überall aus live verfolgen unter: https://share.garmin.com/spurensuche2020

The time has come! We are about to start our journey. Next Thursday (30.07.2020) we leave to start Spurensuche 2020 and we want you to be there. So follow us on Facebook, Instagram and Startnext.

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We now have the permit, i.e. the approval of the Greenlandic authorities, the box with the equipment, the supplies and the measuring technology is already on site and we take care of the final preparations. Among other things, we are currently observing the weather on site and developing the detailed planning from it. Until the end, it was a tremendous streak whether we could cross Greenland this year. But the persistence and the anticipation for this experience were worth it!

As soon as we land in Greenland on Friday (07/31/2020), the last phase of the preparation starts. This includes the official registration with the Greenlandic authorities and the packing of the pulka. Just a few days later on August 4th, 2020, we will step onto the ice and make our way to the west coast. Then the scientific data begins to be collected. We want to measure the changes in height along the traverse. The comparison with the data from previous years should provide information about the mass loss of the glacier in the post-processing. We will also measure other glaciological parameters such as density and ice horizon.

Soon there will be further insights into the journey! In addition, you will soon be able to follow our route live from anywhere at any time at: https://share.garmin.com/spurensuche2020

Kistepacken
Unsere Route

Teil 1: Das Team „Spurensuche 2020“

Frank Polte, 49 Jahre, Dipl.Ing (FH) Vermessung

Beruf:

  • Elektromechaniker / Elektriker
  • nach Studium 6 Jahre Vermessungsingenieur
  • seit 2007 in Norwegen, Sen. Inspektions Ingenieur / Projektleiter Oil/Gas/Wind installationen On/offshore

Aufgewachsen in Dresden, wohnt nun in Molde /Norwegen.

Leidenschaftlicher Bergsteiger/Kletterer und Skifahrer in allen Disziplinen mit Schnee, Eis und Fels.

Trainer Skilanglauf fuer Kinder/Jugendgruppen in Molde.

Expeditionen:

  • 1990     Sibirien, Felsen an der Lena (Jakutien)
  • 1994     Karakorum, Querung des groessten ausserpolaren Gletschersystems (Baltoro-Snowlake-Hispar Gletscher)
  • 1995     Groenland, (Ost, Angmassalik) 1. Dresdner Schweizerland Expedition, Mountaineering mit Pulka, 4 Erstbesteigungen
  • 1997     Groenland, (Ost, Angmassalik) 2. Dresdner Schweizerland Expedition, Mountaineering mit Pulka, 3 Erstbesteigungen
  • 1998     Sächsische Karambar Expedition 1998 (Karakorum), Erstbesteigung von Kutshkulin Sar 5960m, Sax Sar 5999m, Yeti Sar 5980m
  • 2001     Kayakexpedition Ostgronland „Daenemarkstrasse 70-65° n.Br, von Scoresbysund nach Angmassalik ohne Depots. (warscheinlich die 1. Zusammenhaengende Befahrung mit Kayak)
  • 2003     Suedgroenland, Kletterexpedition, Apostel Tommelfinger 1400m 7+, Erstbegehung bis 30m unter Gipfel
  • 2005     Suedgroenland, Kletterexpedition
  • 2006     2. Groenlanddurchquerung „Spurensuche 2006“
  • 2008     Suedgroenland, Kletterexpedition, Apostel Tommelfinger, erneuter Versuch wegen Felssturz gescheitert
  • 2020     Expeditionsleiter, Groenlanddurchquerung „Spurensuche 2020“, es wird spannend

Steffen Welsch, 43 Jahre, Bergführer

„Der Weg nach Hause geht übers Eis.“

  • Beruf: Steinmetz / Steinbildhauer
  • Seit 1998 wohne ich in Südamerika, erst Chile und nun in Argentinien
  • Industriekletterschein (Level 3)
  • Aufgewachsen in Erfurt, Thüringen
  • Lebe nun ab 2013 in El Calafate, Patagonien

Expeditionen:

  • 1998 neue Route am Marmolejo südlichster 6000er der Welt (Goldener Eispickel DAV Chile)
  • 1998 Aconcagua ohne Beihilfe von Mulis oder zwischen Lager in 6 Tagen Puente Inca – Gipfel Puente Inca
  • 1999 Durchsteigung des hänge Gletscher El Morado WI5
  • 2001 1.Thüringer Llullaillaco (6723m) Expedition
  • 2003 Thüringer Antarktis Expedition mehrere Bergbesteigungen
  • 2006 Bergführer Prüfung in Bariloche Argentinien
  • 2014 Winterexpedition im Südpatagonischen Inlandeis versuch der ersten Winterbesteigung des Lautaros
  • 2016 Überquerung Cordillera Blanca Peru 3 , 5000 er und ein 6000er.
  • 2016 Erfolgreiche Besteigung des Lautaros Patagonisches Inlandeis
  • 2017 2. Besteigung des zweit hösten Berges Patagoniens Cuerno de Plata 3793m
  • 2018 Wissenschaftliche Querung des Südpatagonischen Inlandeises Ost – West – Ost
  • 2018 4. Besteigung des Cerro Mayo Südpatagonischen Inlandeis
  • 2019 1. Besteigung und Namensgebung des Cerros Nahumaday 2348m (5+ A0)
  • 2017 bis 2019 Mehrere Expeditionen und Bergbesteigungen in Ost Grönland

Thomas Hitziger, 56 Jahre, Mathematiker

  • aufgewachsen in Halle/Saale, Studium an der Friedrich-Schiller-Universität Jena
  • Beruf: Akademischer Mitarbeiter an der BTU Cottbus-Senftenberg,                                             Fachgebiet Baumechanik und Numerische Methoden
  • Hobbies:       Laufsport, Bergtouren, Radfahren, Wandern, Gitarre
  • Aufgabe während der Expedition:                                                                                                          Küche, organisatorische Aufgaben, wissenschaftliche Leitung
  • Vorsitzender des Vereins „Iceploration e.V.“

Touren:

  • Berge: Karpaten, Kaukasus, Pamir, Pyrenäen, Alpen                                             
  • Gipfel: Elbrus (Ost,West), Mont Blanc, Pik Lenin
  • Rad: Projekt Europa per Rad (u.a. Cottbus-Istanbul, Cottbus-Nordkap, Cottbus-Faro)
  • Faltboot: Donaudelta, Masuren, Mecklenburger Seen und Märkische Gewässer

Grönland:

  • 2015 Teilnehmer der 5. Grönlanddurchquerung „Spurensuche 2015“                               
  • 2017 dreiwöchige klimawissenschaftliche Expedition in Ostgrönland (ca 200km)        
  • 2019 Ostgrönland (Hundefjord, Ficks Bjerg, Sermilik, Knud-Rasmussen Gletscher)

Luisa Näke, 23 Jahre, Studentin

„2020 wird ein spannendes Jahr!“

  • Studium: Bauingenieurwesen (Studentin)
  • Hobbies: Fahrrad fahren, Wandern, Tenorhorn spielen, Klettern (Unisport)
  • 2020 wird meine erste Durchquerung       
  • Aufgabe während der Expedition: Messungen durchführen
  • Bachelorarbeit bereitet die Auswertung der kinematischen GNSS-Daten vor
  • Vorstandsmitglied des Vereins „Iceploration e.V.“ (stellv. Vorsitzende)

sonstige Erfahrungen:

  • 2019:   Ostküste Grönland (z.T. mit Arved Fuchs und der Expedition „Ocean Change“)
  • Mehrtägige ausgedehnte Radtouren mit Zelt
  • Mehrtägige Trekkingtouren mit Gepäck
  • 100km-Wanderungen
  • Skiwettkampf Miriquidi als Team in Altenberg

Marco Schütze, 25 Jahre, Student

  • Bachelorabschluss im Vermessungswesen
  • Kurz vor Abschluss als M. Sc. in der Geoinformation
  • Neben den Studium Werkstudent in einem Laserscanning-Vermessungsbüro (Messungen mit Laserscannern, Bestandsplanfertigung, Deformationsanalysen…)
  • Vorstandsmitglied des Vereins „Iceploration e.V.“ (Schatzmeister)

Freizeit:

  • Metalband Bassgitarre sowie in einer Herrenmanschaft Tischtennis
  • Im Winter Tourenski in den Alpen (Besteigung mehrerer 4000er
  • Im Sommer Klettern in der Sächsischen Schweiz
  • Über meinen ehemaligen Prof. Wilfried Korth bin ich auf das geodätische Projekt aufmerksam geworden und konnte mich in das Team integrieren.
  • „Spurensuche 2020“ erste Überquerung und erster Kontakt zu Grönland.

Photogrammetrische Arbeiten am Knud-Rasmussen-Gletscher (Grönland) – Ein Reisebereicht von Luisa

Reise in eine andere Welt

Der Sommer 2019 hielt großartige Erlebnisse bereit. Es eröffnete sich die große Chance an einer Expedition in Grönland teilzunehmen.

Dinge, die eingepackt wurden

Direkt im Anschluss an die Vorlesungszeit startete der Flieger, der mich der größten von Eismassen bedeckten Insel in der Arktis näher bringen sollte. Das Ziel war Grönland, um dort Messungen durchzuführen. Die geplante 26-stündige Anreise verzögerte sich durch Unwetter in Frankfurt leider etwas. Nach 76 Stunden sind aus dem Fenster des kleinen Propellerflugzeuges die ersten Eisberge zu sehen.

Blick aus dem Propellerflugzeug auf die Ostküste

Die Maschine fliegt zwischen den Bergen hindurch, bevor sie auf einer Schotterpiste landet. Am Flugplatz warten bereits Arved Fuchs und ein weiteres Crewmitglied, um die Neuankömmlinge zu begrüßen. Mit mir reisen Arveds Frau Brigitte sowie der Kameramann Tim an. Durch die Verzögerung ist Prof. Karel Pavelka von der CTU in Prag bereits vor Ort und alle gehen gemeinsam an Bord der Dagmar Aaen. Der ehemalige Fischkutter ist als Expeditionsschiff umgebaut, welches für Arved Fuchs in den letzten Jahrzehnten zum treuen Wegbegleiter bei seinen zahlreichen Expeditionen in den Polarregionen wurde.

Dagmar Aaen ankert im Fjord

Nach einem freundlichen Empfang der ganzen Crew startet die Fahrt in Richtung des Knud Rasmussen Gletschers. Es wird von Windstille und tagelangem Sonnenschein erzählt, doch der Empfang ist eher trüb und regnerisch.

Das stört jedoch niemanden und so werden an diesem Tag noch etwa 50 km zurückgelegt, bevor der Ruf kommt „Anker ist klar zum Fallen“, welcher mit dem Kommando zum Fallenlassen und der notwendigen Länge der Ankerkette erwidert wird. Auf dem Schiff wird die Wache im Dreischichtsystem durchgeführt, sodass immer drei Leute für jeweils vier Stunden verantwortlich sind. Während der Ankerwache muss nur eine Person des Dreierteams wach sein. Am Abend verkriechen sich alle in ihre Kojen. Diese sind von der Größe mit einem Sarg vergleichbar und Schlafpositionen mit angewinkelten Beinen lassen sich nur schwer einnehmen. Es sollte beim Schlafenlegen darauf geachtet werden, ob der Kopf oder die Beine zuerst hinein müssen. Anschließend kann die hölzerne Schiebetür geschlossen werden.

Fahrt zum Knud-Rasmussen-Gletscher

Am nächsten Morgen wird die Crew durch das Geklapper der Töpfe und den frischen Kaffeeduft geweckt. Der Koch Thomas bereitet für das Frühstück Kaiserschmarrn zu. Außerdem macht sich die Zeitverschiebung von vier Stunden bemerkbar, sodass die Neuankömmlinge sehr früh wach sind. Nach der vorzüglichen Stärkung wird der Anker gelichtet und die Fahrt zum Gletscher fortgesetzt, der schon aus großer Entfernung zu sehen ist.

Knud-Rasmussen-Gletscher aus der Ferne (rechts im Bild)

In einem Buch sind Luftaufnahmen von 1933 und 2013, welche die Veränderungen der Gletscher dokumentieren. Das Ausmaß ist erschreckend. Der Knud-Rasmussen-Gletscher ist zwar nicht so weit zurückgegangen, aber deutlich dünner geworden und die seitlichen kleineren Gletscher reichen nicht mehr bis zum Wasser. Einige Kilometer zuvor öffnet sich der Blick zum Kârale-Gletscher. Dort ist der Rückgang deutlich sichtbar. Die Gletscherzunge hat sich um mehrere Kilometer zurückgezogen und mehrfach geteilt.

Blick zum Kârale-Gletscher
Aufbau für photogrammetrische Messung

Im Fjord treiben einige Eisberge, aber erstaunlicherweise sind es so wenige, dass die Fahrt mit der Dagmar Aaen kein großes Problem darstellt. Dennoch wartet das Schiff in ausreichendem Abstand und ein Teil der Besatzung macht sich mit dem Beiboot auf den Weg an Land. Dort beginnt das Messprogramm von Karel. Es sollen photogrammetrische Messungen am Knud-Rasmussen-Gletscher durchgeführt werden.

Zunächst müssen die für den Flug sicher verpackten Einzelteile ausgepackt und zusammengebaut werden. Das aus Styropor bestehende Leichtflugzeug von eBee besitzt einen Propeller und zwei mit Servomotoren gesteuerte Flügel. Im kompakten Herzstück dieser Drohne ist viel Elektronik verbaut, beispielsweise für die Windmessung, das GPS oder optische Sensoren, die bei der Landung unterstützend wirken. Außerdem werden ein Akku sowie die Kamera eingelegt. Im Programm eMotion hat Karel bereits ein Satellitenfoto als Anhaltspunkt hinterlegt, welches allerdings mit den tatsächlichen Koordinaten nicht übereinstimmt. Das ist in diesen Regionen nicht selten der Fall. Auf Basis des Fotos wurde ein Flugplan erstellt. Die etwa 2 km breite Gletscherzunge soll in Bahnen überflogen werden, wobei die Richtung und Höhe oder die Pixelgröße eingestellt wird. Außerdem muss eine geeignete Position für die Landung festgelegt werden, was inmitten des Geröllfeldes der Moräne nicht so einfach ist. Das Leichtflugzeug wird von Karel aus der Hand gestartet und empfängt über ein Radiomodem die Signale. Der Flug dauert etwa eine halbe Stunde und es entstehen ca. 160 Fotos auf einem 2 km x 500 m großen Areal.

Karel startet die Drohne

Nach etwa drei Stunden wird das Gebiet erneut überflogen, allerdings mit einem leicht veränderten Flugplan, da das Signal kurz vor Ende des ersten Fluges hinter einem Berg verschwand und der Flug abgebrochen wurde. Der zweite Überflug konnte erfolgreich durchgeführt werden. Die Einzelteile wurden sicher verpackt und es ging zurück zur Dagmar Aaen. Anhand der zahlreichen Bilder lässt sich je Überflug ein digitales Geländemodell generieren. Dazu wird das Programm Pix4D genutzt und zunächst eine Punktwolke erzeugt. So ist es möglich, aus den beiden Geländemodellen die Verschiebung an verschiedenen Stellen zu berechnen. Erwartungsgemäß ist die Geschwindigkeit in der Mitte des Gletschers deutlich höher als am Rand.

Die photogrammetrischen Messungen waren tagesfüllend, sodass die Nachricht über einen örtlichen Fischer, der am Schiff anhielt und seinen frisch gefangenen Heilbutt verkaufte, sehr erfreulich war. Thomas hat diesen ausgenommen und zu einem vorzüglichen Abendessen zubereitet. Nachdem ein ruhiger Platz zum Ankern gefunden ist, springen zwei verrückte Crewmitglieder bei herrlichem Sonnenschein kurz in das eisige 3°C kalte Wasser.

Skurrile Formen der Eisberge

Die Routine auf dem Schiff ist immer ähnlich. Nach dem nächtlichen Wachdienst gibt es frischen Kaffee für alle. Das Frühstück variiert zwischen Müsli mit Blaubeersuppe und Obst oder selbstgebackenem Brot. Ab und zu gibt es besondere Leckereien, wie beispielsweise den Kaiserschmarrn. Während die Crew das Schiff klar macht, gibt es immer eine Person, welche die Backschaft übernimmt. Dazu gehört der gesamte Abwasch, der an diesem Tag anfällt. Zunächst sollte dieser mit Salzwasser vorgespült werden, bevor das Süßwasser aus dem Tank verwendet wird. Der Tank hat begrenzte Ressourcen, sodass frisches Wasser an kleinen Gletscherflüssen mit Wassersäcken geholt werden muss, um diesen nachzufüllen. Außerdem erhält der Koch Unterstützung vom Backschafter beim Kochen, Schnippeln und Vorbereiten der Mahlzeiten. Weiterhin gehört das Reinigen der Aufenthaltsräume sowie der Toiletten dazu. Dafür werden Lappen in verschiedenen Farben verwendet. Besonders angenehm ist dieser Dienst an Tagen, an denen ein Teil der Crew an Land ist und das Schiff ohne Wellengang ruhig im Fjord liegt.

Bei der Weiterfahrt an einem anderen Tag wurde die Dagmar Aaen zwischen den Eisbergen mit Hilfe von Handzeichen am Bug des Schiffes hindurchmanövriert. Die am Ruder befindliche Person muss sich voll auf den Vordermann verlassen können. Es geht in Richtung Kârale-Gletscher. An einer ruhigeren Stelle wartet das Schiff und ein Teil der Besatzung geht an Land, um eine Müllsammelaktion durchzuführen. An einem Strandabschnitt werden sämtliche Plastikteile, Fischernetze und anderer Abfall genau dokumentiert. An diesen unbewohnten, entlegenen Küstenabschnitten kommen nicht viele Menschen vorbei, sodass dieser Müll vom Meer angespült wurde. Diese Aktionen wurden vom Team der Dagmar Aaen an Stränden in unterschiedlichsten Regionen im Rahmen der Expedition „Ocean Change – Turn the page“ durchgeführt.

Die nächste größere Station ist die ehemalige US-Militärbasis „Bluie East II“. Für die dort durchzuführenden Unternehmungen ist mehr Zeit eingeplant. Das Schiff kommt am Nachmittag an, sodass bereits kurz danach ein Teil der Crew an Land geht und sich ein wenig umschaut. Es wird von einem riesigen Areal mit alten Autos, Bergen von auslaufenden Fässern, einer Schotterlandebahn sowie einem eingestürzten Flugzeughangar berichtet. Hinter der Kuppe versteckt sich ein kleiner Bergsee.

Arved und Matze besuchen die Station nicht zum ersten Mal. Hintergrund des erneuten Besuches ist die geplante baldige Räumungsaktion durch eine grönländische Firma. Die Amerikaner haben diese 1947 Hals über Kopf verlassen und vieles an Ort und Stelle liegen gelassen. Es gab Zahlungen der USA an Dänemark, um dort aufzuräumen. Das soll nun gemacht werden, doch die Bevölkerung Ostgrönlands steht diesem Vorhaben gespalten gegenüber. Es werden Bootstouren für Touristen angeboten, um sich die Militärbasis anzuschauen. Für die Grönländer ist der Tourismus sehr wichtig, da sie selbst kein produzierendes Gewerbe haben. Die dänischen Versorgungsschiffe können nur im Sommerhalbjahr verkehren, denn das Meer ist den Rest des Jahres zugefroren.

Zurückgelassene Fahrzeuge, Maschinen und anderer Schrott
Vom Rost zerfressene Fässer sind ausgelaufen und der Inhalt im Boden versickert.

Der Kameramann Tim ist mit an Bord und möchte dort zahlreiche Film- sowie Drohnenaufnahmen machen. Zur Ausrüstung gehören unter anderem eine Videokamera, eine 360°-Kamera, eine Drohne für Luftaufnahmen sowie ein Audiorecorder für Sprache und Geräusche. Des Weiteren ist an Bord der Dagmar Aaen eine Unterwasserdrohne vorhanden. Das aufgenommene Material kommt auf den öffentlichkeitswirksamen Kanälen von Arved Fuchs sowie bei Fernseh- und Radiosendungen zum Einsatz. Matze, ein weiteres Crewmitglied, ist hauptberuflich beim Norddeutschen Rundfunk und präsentiert die Expedition in diesem Umfeld. Außerdem ist er stark in die Untersuchungen an der Bluie East II involviert.

Arved Fuchs inmitten der Berge aus Fässern

Es sind zahlreiche Boden- sowie Flüssigkeitsproben geplant, die später an einem Institut für Umweltanalytik in Bayern untersucht und ausgewertet werden. Die Durchführung der Entnahme ist sehr genau vorgeschrieben. Es gibt einen speziellen Bohrer und einen Becher mit denen der Boden entnommen wird. Außerdem sind die Schichten von 0 cm bis 10 cm sowie von 10 cm bis 50 cm zu unterscheiden. Die Stelle wird fotografisch dokumentiert und mit der GPS-Position verortet. Für jede Probe ist ein Behälter vorgesehen und es gibt ein kleines Glasfläschchen, in welches ein Teil des Materials gefüllt und anschließend luftdicht verplombt wird, um mögliche austretende Gase nachzuweisen.

Insgesamt sind etwa 40 Proben zu nehmen, wobei die beiden Durchführenden, Matze und Lauren, die Stellen auswählen, an denen sie kontaminierte Böden vermuten. Dazu zählen ausgelaufene Fässer oder mögliche Asbestreste der Häuser und Werkstätten. Zur Ausstattung gehörte außerdem ein Geigerzähler, um Alpha-, Beta- und Gammastrahlung zu detektieren. Dieser zeigte jedoch keine bedenklichen oder gesundheitsschädlichen Werte an.

Bei der Abfahrt ist erkennbar, dass die ganze Militärbasis strategisch gut gelegen ist. Die Landebahn passt sich in die Landschaft ein und der Hangar sowie die Wirtschaftsgebäude und Werkstätten sind vom Wasser nicht einsehbar, sondern hinter der Kuppe versteckt. Der Bergsee, welcher vom darüber liegenden Gletscher gespeist wird, bleibt vollständig verborgen. Je weiter sich das Schiff entfernt, desto mehr verschwimmen die Anzeichen von Zivilisation mit der Landschaft.

Die Natur hat sich das Areal teilweise zurück geholt.

Für einen Abend geht es für die Dagmar Aaen zu der kleinen Ortschaft Kuumiit. Auf dem Weg dahin bietet sich der Crew ein gewaltiges Naturschauspiel. Neben den großen Eisbergen im Fjord sind in der Ferne Fontänen von ein paar Walen zu sehen. Das Fernglas und die Kameras werden hervorgeholt und je näher das Schiff kommt, desto deutlicher ist erkennbar, dass es sich um zwei Wale handelt, die einen Schwarm Vögel um sich scharen. Während sich alle auf der einen Seite der Dagmar Aaen sammeln, kommt von Lauren der Ruf „Pottwal!“ und sie deutet auf die andere Seite. Mit gedrosseltem Motor dreht der Steuermann eine Runde, sodass das Schiff sehr nah herankommt. Der Pottwal liegt ruhig wie ein Baumstamm im Wasser und bläst ab und zu seitlich aus. Nach einer Weile beginnt er tiefer zu atmen und der Rücken wölbt sich stärker. Einige dieser tiefen Atemzüge reichen aus, bevor er seine Fluke in der Abendsonne zeigt und in die Tiefe abtaucht.

Pottwal taucht ab
Hund mit Jungen

Im Anschluss an dieses grandiose Erlebnis ist es nur noch ein kurzes Stück bis zum Steg in Kuumiit. Der Anleger an der Fischfabrik ist zum Glück frei, sodass das Schiff festmachen kann und keine Ankerwache notwendig ist. Nachdem alles erledigt ist, geht es noch zu einer kleinen Erkundung durch das Dorf. Der Weg dorthin ist sehr steil, sandig und nicht befestigt, sodass Autos kaum eine Chance haben. Im Dorf sind ein Radlader sowie ein Quad und jede Menge Kinderwagen zu sehen. Die übrigen Fortbewegungsmittel sind nur zu anderen Jahreszeiten benutzbar. Es gibt einige Motorschlitten, Hundeschlitten und Kinderschlitten. Außerdem sind fast vor jedem Haus Hunde angekettet, die diese im Winter ziehen müssen.

Friedhof von Kuumiit

Auf den Wegen sind viele Menschen unterwegs, die die Fremdlinge ein wenig argwöhnisch anschauen, aber immer freundlich lächeln. Eine Verständigung ist leider nur mit Händen, Füßen und Lächeln möglich, da die Menschen Dänisch und Grönländisch (bzw. Tunumiisut, ihren regionalen Dialekt) sprechen. Ein paar Kinder spielen Fußball und machen Faxen. Am anderen Ende des Ortes ist ein Hubschrauberlandeplatz und ein kleiner Friedhof. Dort stehen jede Menge weiße Kreuze, aber die meisten haben nur eine Nummer, um den Namen des Toten wieder frei zu geben. Außerdem sollen die Toten einen guten Blick zum Meer haben, da dies ein wichtiges Element im Leben der Menschen ist. Auf den Gräbern liegen vorwiegend blaue und rote Kunstblumen.

Beim Weitergehen befindet sich ganz am Rand des Dorfes eine Mülldeponie, welche schon fast ins Meer abrutscht. Auch auf den Grundstücken liegen kaputte Bootsmotoren, alte Spielzeuge und Verpackungsreste. Durch die Versorgung der dänischen Schiffe kommt viel Abfall mit auf die Insel, welcher schwer zu entsorgen ist. Es gibt nur wenige Verbrennungsanlagen, sodass dieser gesammelt, gepresst und nach und nach von den Dänen abgeholt wird.

Blick auf die bunten Häuser des Dorfes

Schon aus der Ferne und auch beim Laufen durch den Ort fallen die bunten Häuser auf. Aus den Farben lassen sich zum Teil die Funktionen ablesen. Ärzte und Krankenhäuser sind beispielsweise gelb und öffentliche Gebäude wie Schule, Supermarkt oder Verwaltung sind rot. Die Polizei ist schwarz und blau steht für Versorgungsgebäude. Dazu zählen Fischfabriken sowie Gebäude für die Wasserversorgung und Elektrizität. In Kuumiit gibt es keine Wasserleitungen zu den Häusern. Die Menschen müssen sich dieses an zentralen Punkten holen und das Abwasser läuft entweder in kleinen Bächen ins Meer oder es steht ein Eimer außen am Haus, in dem die Fäkalien aufgefangen werden. Nachdem ein paar Eindrücke gesammelt sind, übernachtet die Crew an Bord.

Kuumiit in der Abendsonne

Da die Abfahrt am nächsten Tag erst für Mittag angesetzt ist, bleibt erneut Zeit, den Ort anzuschauen. Der Supermarkt und die Kirche werden inspiziert. Dort hängt ein traditionelles Frauenboot und ein modernes Segelschiff. Auf dem Lampenschirm sind verschiedene Disney-Prinzessinnen abgebildet. Beim Laufen durch die Ortschaft werden Thomas und ich auf Englisch angesprochen. Es stellt sich heraus, dass es ein Arzt ist, der von Färöer stammt. Er erzählt den Beiden eine Menge von Grönland und den Menschen dort. Nach einer Weile gesellen sich ein weiteres Crewmitglied und ein Einheimischer dazu. Er bietet seinen frisch gefangenen Fisch an. Der Koch Thomas ist sofort begeistert, sodass sie ihm zu seinem Haus folgen und er einen großen gepunkteten Wels verkauft. Im Anschluss daran werden sie von dem Arzt in sein Haus eingeladen und hören viel über die Probleme und Chancen sowie Bräuche der Grönländer. Nach den Gesprächen kehren die Drei zur Dagmar Aaen zurück und setzen die Fahrt fort.

Bei der Abfahrt von Kuumiit zeigt sich erneut ein Pottwal, möglicherweise war es derselbe. Der Kurs führt aus den Fjorden heraus zum Meer. Der Unterschied ist nur durch den verstärkten Wind im Gesicht und die fehlende Felswand auf der Backbordseite auszumachen. Wellen sind kaum vorhanden. Einige Eisberge sind noch zu sehen und die schroffe Landschaft der Küste. Als vermehrt Hubschrauber über das Schiff hinweg fliegen, kommt der größere Ort Tasiilaq näher. Es handelt sich um Pendelflüge zum Flughafen in Kulusuk. Nach einer Felsnase öffnet sich ein Fjord, welcher ebenfalls Tasiilaq heißt. Beim Erreichen des Ortes ist zuerst ein riesiger Müllberg zu sehen, der in den letzten Jahren ein wenig geschrumpft sein soll und der Campingplatz. Anschließend öffnet sich auch der Blick auf die kleine Stadt. Karel und ich packen die Sachen, verabschieden sich von allen, verlassen die Dagmar Aaen und beziehen Quartier auf dem Campingplatz.

Damit endet die lehrreiche, abenteuerliche und unglaublich spannende Zeit mit Arved Fuchs und seiner Crew. Die Expedition Ocean Change geht weiter und im Rahmen dieser finden zahlreiche Projekte rund um die Themen Klimawandel, Verschmutzung der Meere und mögliche Lösungsansätze statt. Weitere Informationen, Texte und Filme zur Expedition gibt es auf folgender Webseite: https://www.arved-fuchs.de/expeditionen/ocean-change-0

Verfasst von Luisa Näke

Dagmar Aaen ankert im morgendlichen Nebel

Nachruf auf Wilfried Korth

Wir trauern um Wilfried Korth.  Sein plötzlicher Tod hat uns alle schockiert und ein tiefes Loch hinterlassen, dort wo er im Verein und in der Expeditionsvorbereitung und -leitung, derjenige war, der das Ruder in die Hand nahm, inspirierte und kein Mann der leeren Worte war, sondern so viele Pläne in die Tat umgesetzt hat. Wilfried Korth war für uns ein Vorbild in so vielerlei Hinsicht. „Das kriegen wir schon hin“ stimmte immer und war untersetzt mit jeder Menge Improvisationsvermögen und Ideen, die er in die Tat umsetzte.  Ging etwas kaputt, konnte er es immer reparieren. Ein Loch im Lederschuh wurde mit Zahnseide genäht, ein Zahnloch auf dem Inlandeis 2006 mit Sekundenkleber gefüllt.
Mit Iceploration hat er einen Verein und eine Plattform ins Leben gerufen, die Wissenschaft und Kunst vereint, die Expeditionserlebnisse und wissenschaftliche Forschung zu den Menschen bringt und berührt.

In den letzten Monaten haben wir zusammen einige Veranstaltungen mit jungen Menschen zum Thema Klimawandel durchgeführt. Dort verstand er es vortrefflich, sowohl Grundschüler zu erreichen, als auch Abiturienten von der wichtigen Forschungsarbeit zu erzählen und Berufsperspektiven in der Polarforschung aufzuzeigen. Mit so viel Herzblut und Einfühlungsvermögen hat er das hier her transportiert, was er im ewigen Eis erlebt hat.

Für uns alle ist das Leben Wilfried Korths eine große Inspiration, er hat in uns mit dem Polarvirus infiziert und uns auf die vielen Reisen mitgenommen. In seinem Sinne werden wir unser Bestes tun, seine Geschichten weiterleben zu lassen und unsere Aktivitäten fortführen, so gut es uns gelingt.

Arktistraining Teil 6 – „gesunde“ Ernährung und erholsamer Schlaf auf Wintertouren

Expeditionsteilnehmer und erfahrener Grönlandquerer Frank Polte schreibt für unseren Iceploration Blog über die wichtigen Themen Ernährung und Schlaf auf Wintertouren.

Expeditionen und Touren in der Arktis bieten in vieler Hinsicht Herausforderungen. Dabei reduzieren sich die Aktivitäten neben dem Erreichen des Hauptzieles oft auf die grundlegenden Bedürfnisse Ernährung, Schlaf, Toilettengang, Wärme. Besonders die Ernährung und Schlaf sind wichtig um die Leistungsfähigkeit zu behalten. Im Grunde ist das ähnlich wie im Sport. Die Balance zwischen genügend Ernährung, körperlicher Anstrengung und Erholung sind sehr wichtig.

Von den Energiereserven zehren?

Das wird um so wichtiger je länger die Tour dauert. Bei kürzeren Touren kann man von seinen Reserven zehren wenn man nicht genügend Ernährung zuführt, genauso kann man zu wenig Erholung kompensieren. Wenn die Tour jedoch länger als 1-2 Wochen dauert, ist es wichtig eine Balance zwischen Ernährung, Anstrengung und Erholung zu haben.

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Bei unserer Hardangervidda Vorbereitungstour konnten wir zwar nur teilweise dieses Verhältnis testen, aber durchaus nützlicher Erfahrungen sammeln.

Trockenfutter auf Tour

Um Gewicht und Volumen zu sparen, benutzten wir gefriergetrocknete Trekkingnahrung. Diese gibt es in vielen verschiedenen Varianten, so kann man durchaus sehr variiert speisen wenn man auf Tour ist. Diese getrocknete Nahrung wird nur in heißes Wasser eingerührt und nach kurzer Zeit ist das Essen fertig. Mit getrockneter Nahrung spart man etwa 30% an Gewicht und Volumen. An einem typischen Tag speisten wir etwa folgendes.

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Der Essensplan auf Wintertour

Zum Frühstück Müsli mit Milchpulver, Kaffee oder Tee. Tagsüber 2-4 Energieriegel, etwas Schokolade oder Nüsse oder Kekse. Jeder hat mindestens 1 l Tee in seiner Thermosflasche.

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Zum Abend gab es als Starter eine Suppe mit etwas Salami und getrocknetem Brot. Als Hauptgericht aßen wir dann die Trekkingnahrung. Zu trinken gab es Tee und wenn man Glück hatte, gab es einen Schuss Rum hinein. Das aber nicht an jedem Tag. Solche Schmäckerchen wir einen Schluck Rum im Tee, eine extra Schokolade, Kaffee oder Eierkuchen zum Nachtisch sind sehr wichtig für das Gemüt und heben immer die Stimmung.

Gewicht und Energie

Ein solcher Essenplan funktioniert auf kürzeren Touren bis 2 Wochen ganz gut. Bei längeren Touren in der Arktis wie einer Grönlanddurchquerung sollte man von einem Energiebedarf von mindestens 4000 kcal per Person ausgehen. Um diese Energiemenge zu erreichen kan man den Essenplan mit hochenergetischen Nahrungsmitteln ergänzen. Das sind zum Beispiel Speck, Öl, Pemikan oder Peronin. Da wird der Pulka schnell recht schwer. Je länger die Tour, desto wichtiger werden Gewicht und Volumen. Geringes Gewicht und Volumen sind natürlich auch bei kürzeren Touren von Vorteil, jedoch sind diese da keine begrenzenden Faktoren.

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Hochenergienahrung Pemikan und Peronin

Pemikan und Peronin sind sehr interessante Nahrungsmittel mit hohem Energiegehalt. Pemikan ist eine Fett-Fleischmischung mit Kräutern und Beeren gewürzt welche von den Inuit schon vor vielen Jahrhunderten genutzt wurde. Peronin ist genau das Gegenteil. Das ist ein kommerzielles Produkt welches ausgehend von künstlicher Ernährung für Ausdauersport und Expeditionen entwickelt wurde. Es ist sehr leicht verdaulich und wird als eine Art Milkshake getrunken. Peronin nutzten wir vorzugsweise früh oder tagsüber und Pemikan als Zusatz zum Abendessen.


Da die Ernährung so wichtig ist, wenn man auf längere Expedition geht, sollte das zuvor ausprobiert werden. Individuelle Vorlieben und Besonderheiten müssen berücksichtigt werden. Da ich zum Beispiel nicht jeden Tag Müsli zum Frühstück essen möchte, werde ich mich für Alternativen wie Rührei oder Gemüsemix einsetzen. Auch die Körpergrösse ist wichtig, ein großer Mensch verbraucht mehr Kalorien als ein kleiner. Auf Tour hat man in der Regel immer Hunger, daher ist es wichtig einen Essenplan aufzustellen um ausreichend essen für alle Teilnehmer für die gesamte Tour zu haben.

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Geruhsamer Schlaf im Schlafsack bei Minustemperaturen

Nach einem anstrengenden Tag auf Tour mit Ski und Pulka schläft man normalerweise sehr gut. Dazu die frische Luft und die Stille, das ist einfach herrlich. Naja, nicht immer ist es so ruhig und die frische Luft kann etwas zu frisch sein wenn es sehr kalt ist. Bei Wind flattert das Zelt und das kann einem den Schlaf rauben. Wenn es dagegen schneit, wird alles ganz still, da der Schnee alle Gerausche dämpft. Das ist das schönste und ich schlafe da immer wunderbar. Gewöhnlich ist es dann auch nicht so kalt, denn der Schnee isoliert sehr gut. Wenn das Zelt wegen des straffen Windes jedoch knattert helfen dann nur die Ohrenstöpsel es sei denn man ist derart erschöpft dass man eine Art Ohnmachtsschlaft schläft.

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Isomatten – eine gute Grundlage

Um gut schlafen zu können sind auch ein warmer Schlafsack und 2 gute Isolationsmatten nötig. Mit einer Matte spürt man gewöhnlich die Kälte hindurch wenn man auf Eis oder einem Gletscher liegt. Zwei Matten sind da besser. Der Schlafsack sollte warm genug und kompfortabel sein. Für extra kalte Tage kann man entweder mehr warme Unterwäsche oder Fleece anziehen oder einen dünnen Überschlafsack benutzen. Dann wird‘s kuschelig.
Boenas noches!

Disclaimer: Vielen Dank für die Unterstützung mit Ausrüstung durch Aclima, Picture Organic Clothing, Alfa Sko, Sporten Ski, Blå Band Trekkingnahrung.

Arktistraining Teil 5: Skitouren in der Hardangervidda

Marco, Student der Geodäsie und Teilnehmer beim Arktistraining gibt einige Tipps zum Skifahren. Er ist erfahrener Skitourengeher und wird bei der Grönlandtraverse dabei sein.

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Gepäcktransport auf Mehrtagestouren

Bei Mehrtagestouren kommt doch allerhand an Gepäck für das Camp und zur Verpflegung der Reisenden zusammen. So ist es wesentlich bequemer und rückenschonender, anstelle eines Rucksackes zu tragen, ein Pulka (aus dem lappischen, irrtümlich auch als die Pulka bezeichnet) durch den Schnee zu ziehen. Dieser Schlitten wird mit Hilfe eines Gurtes und einem Gestell mit der ziehenden Person verbunden.

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Leichtes Gestänge als Gestell anstelle von Seilen eignete sich vor allem bei Abfahrten besser, da der Pulka einen nicht von hinten überrollt, sobald man etwas gebremst hat.

Auf unserer Trainingtour hatten wir Pulken von 40 kg bis 60 kg zu ziehen, in Grönland können die bepackten Schlitten bis zu 100kg wiegen.

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Skifahren in unberührter Natur

Abseits von Loipen und gespurten Wegen ist meistens weicherer Schnee anzutreffen, der das Fahren mit normalen Langlauf-Ski erschwert, da aufgrund der geringen Fläche die Ski nicht „aufschwimmen“ sondern sich eher in den Schnee eingraben. Breitere, sogenannte Backcountry-Ski, eignen sich daher eher für tieferen und weicheren Schnee wie zum Beispiel im ungespurten Gelände der Hardangervidda in Norwegen. Zumal diese auch meistens Stahlkanten besitzen, um den Ski vor Verschleiß beim Spuren zu schützen. Bei unserer Hardangervidda-Trainingstour kamen Expeditions-Ski von Sporten zum Einsatz, die diese Eigenschaften aufwiesen und sich in Verbindung mit den Pulken bestens bewährt haben. Dazu kommen Expeditionsschuhe von ALFA. Diese zeichnen sich besonders durch ihre wind- und wärmeisolierenden Eigenschaften und ihren bequemen Sitz aus.

 

Kalte Füße gab es somit nur in seltenen Fällen. Bei Steigungen, auch wenn diese nur sehr gering waren, brauchte man sich um kalte Füße sowieso keine Sorge machen: Der Pulka entpuppt sich plötzlich als Betonklotz, der dich nur widerwillig Schritt für Schritt und verbunden mit sehr viel Schweiß vorwärts kommen lässt. Ohne Felle, die unten an die Ski geklebt werden, ist ein Vorwärtskommen fast unmöglich.

Die funktionieren dabei so, dass die Fellhaare sich beim Streichen in die entgegengesetzte Richtung aufstellen und so ein zurückgleiten verhindern. In Gebieten wie dem grönländischen Inlandeisschild existieren jedoch kaum Anstiege, sodass Felle eher selten gebraucht werden.

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Routenbestimmung

In der Hardangervidda befinden sich neben Loipen diverse Winterrouten, die teilweise durch Zweige im Schnee gekennzeichnet werden. Diese Zweige sind in einem geringen Abstand zueinander in den Schnee gesteckt und überstehen starken Wind und Schneesturm. Da die Landschaft ringsherum nahezu nur weiß ist, erkennt man die Zweige relativ gut. Ohne diese Zweige als Orientierung muss man auf Karte, Kompass und GPS-Gerät zurückgreifen.

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Sofern welche sichtbar sind, lassen sich markante Punkte in der Ferne ebenso als Orientierungspunkt oder Richtungsgeber verwenden. Bei sehr starkem Schneefall ist die Navigation ohne Orientierungspunkte kompliziert und erfordert genaue Kenntnisse im Umgang mit Karte, Kompass und GPS-Gerät. Dadurch, dass sowohl Boden als auch Himmel weiß ist und man keine Konturen oder dergleichen erkennen kann, ist es schwierig für den Körper, das Gleichgewicht zu halten und so manchem wird etwas übel.

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Pausen

In relativ regelmäßigen Abständen werden Pausen gemacht, um seinen Körper mit der erforderlichen Energie wieder aufzutanken. Durch das kontinuierliche Aufheizen des Körpers in der Kälte und der sportlichen Betätigung, benötigt man sehr viel mehr Energie und muss somit auch mehr zu sich nehmen. Schokolade, Müsliriegel und getrocknete Salamisticks, sowie der Klassiker Nüsse, eignen sich zum schnellen Befüllen des Energiehaushalts.

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Natürlich sollte auch viel getrunken werden. Hier kommt heißer Tee aus der Thermoskanne zum Einsatz. Sobald man sich zu Beginn der Pause aus dem Gestell ausgegurtet hat, sollte man sich auch gleich eine Daunenjacke überwerfen. Mit den normalen Kleidungsstücken wird einem schnell kalt, aufgrund der fehlenden Bewegung. So endet eine Pause auch relativ zügig, denn die Kälte treibt einem zum Weiterlaufen an.

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Noch viel mehr Tipps zum Schlafen auf Wintertour, zur richtigen Kleidung oder über den Campaufbau und über das stille Örtchen liest du in weiteren Blogposts.

Disclaimer: Vielen Dank für die Unterstützung der Tour mit Ausrüstung von Aclima, Picture Organic Clothing, Alfasko, Sportenski.

Arktistraining Teil 4 – Campaufbau im Schnee

Luisa ist Teilnehmerin des Arktistraining, weil sie im Sommer Grönland überqueren wird. Hier schreibt sie ihre Erfahrungen beim Campaufbau in der Hardangervidda auf.

Das Polartraining im Hardangervidda-Nationalpark ist am Ende eines Tages immer mit dem Aufbau eines Camps sowie dem anschließenden Kochen und gemütlichen Beisammensitzen in der Küche verbunden.

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Suche nach einem guten Platz

Etwa zwei Stunden vor Einbruch der Dunkelheit beginnt die Suche nach einem geeigneten Campingplatz. Dieser sollte möglichst eben sein und im Idealfall ein wenig Windschutz für die Zelte bieten. Außerdem muss ausreichend Platz vorhanden sein, um drei bis vier Schlafzelte sowie ein Küchenzelt unterzubringen. Abseits der Loipen, welche für Freunde des Langlaufs gut präpariert sind, bewegt sich die Gruppe in Täler oder Senken, um passende Orte zu finden. Wenn möglich sollte dabei nicht zu viel an Höhe verloren werden, da die Pulken im ansteigenden Gelände schwerer zu bewegen sind. Nach Sichtung eines Platzes wird sich kurz beraten und bei der Entscheidung zum Verbleiben an diesem Ort, werden die Schlitten abgestellt und der Aufbau beginnt.

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Schneemauer und Vorbereitungen für den Aufbau

Zunächst ist es sinnvoll die Standorte für die Zelte vorzubereiten. Je nach Schneequalität kann eine Mauer als Windschutz gebaut werden. Da zuvor relativ frischer Neuschnee gefallen und die Grundlage aus Altschnee nur sehr dünn war, ist dieser noch sehr locker und schlecht für den Schneemauerbau geeignet.

Der verfestigte Schnee ist dafür ideal, sodass er in Blöcke gesägt oder mit einer Schaufel in ebensolche gestochen wird, um diese anschließend als schützende Wand zu stapeln. Nur an einem Camp entstanden Mauern für alle Zelte. Da die Schneedicke und –qualität häufig nicht reichte, haben wir diesen mit unseren breiten Backcountry Skiern zu einer ebenen, festen Fläche verdichtet.

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Die Skier werden für die Grönlandexpedition im Sommer von der tschechischen Firma Sporten zur Verfügung gestellt und konnten von den Teilnehmern bereits in Norwegen ausprobiert und eingestellt werden. Nach Schaffung des Untergrunds werden die Ski abgeschnallt und senkrecht in die Erde gesteckt, damit sie bei starkem Schneetreiben wiederzufinden sind und nicht vom Schnee begraben werden.

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Im Zuge dessen werden die Expeditionszelte „Conqueror“ und „Precursor“ der Unlimited Line von Wechsel Tents aus den Pulken gepackt und bereitgelegt. Zu Beginn der Woche fand auch das Zelt „Forum 4 2“ aus der Zero-G Line Anwendung. Als sich die Gruppe verkleinerte blieb dies nur noch als Gepäckstück erhalten. Es handelt sich um Geodäten, die sich als besonders sturmstabil auszeichnen. Außerdem können sie freistehen, ohne abgespannt werden zu müssen.

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Aufbau der Schlafzelte

Als erstes werden die mit unterschiedlichen Farben gekennzeichneten Gestänge zusammengesteckt, wobei diese in kalten Regionen mit besonderer Vorsicht behandelt werden sollten, da sie unter extremen Bedingungen schneller brechen können, was bei einer Unternehmung abseits der Zivilisation und ohne Ersatzteile fatal wäre. Dies ist in Norwegen jedoch nicht der Fall, aber die Zelte sollen auch in Grönland noch zum Einsatz kommen.

 

Zeitgleich kann das Innenzelt auf dem dafür vorbereiteten Platz ausgebreitet und mit Schneeankern befestigt werden. Dabei sollte man vermeiden auf die spätere Liegefläche zu treten, da die Schuhe spürbare Löcher hinterlassen, welche den Schlafkomfort beeinträchtigen. Die sich kreuzenden Stangen an den Ecken werden zuerst eingefädelt bzw. eingehängt.

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Anschließend folgen die für Geodäten typischen Gestänge quer dazu, die eine Kuppel ausbilden. Je nach Zelttyp werden entweder die beiden Stangen für die Eingänge untergebracht oder bereits das Außenzelt mit Schnallen fixiert und nachfolgend die Apsiden aufgestellt.

So werden die Vorzelte bezeichnet, in denen beispielsweise über Nacht die Schuhe abgestellt werden können. Diese sollten gut mit Schneeankern gesichert und die am Zelt befindlichen Schneelappen mittels Schaufel mit Schnee bedeckt werden. Durch die Befestigung und Konstruktion der Gestänge kann auf die Verwendung der Abspannseile, zumindest bei den von uns vorgefundenen Wetterverhältnissen, verzichtet werden.

Nach erfolgtem Zeltaufbau muss dieses von den Bewohnern eingeräumt werden. Es wird zunächst eine Isomatte zur Kälteisolierung ausgerollt und darauf eine mit Luft gefüllte Matte gelegt. Zu guter Letzt kann der warme Daunenschlafsack aus seiner engen Hülle gezogen und auf dem Nachtlager ausgebreitet werden.

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Aufbau des Küchenzeltes

Der Aufbau des Küchenzeltes erfolgt mit drei Gestängen, um eine Sitzhöhe zu erreichen. Anschließend wird eine lange steckbare Stange in der Mitte positioniert, sodass zumindest die kleineren Leute der Gruppe fast aufrecht stehen können. Im Idealfall befindet sich genügend Schnee unterhalb des Zeltplatzes, sodass das ausheben einer Sitzbank möglich ist. Dazu wird die Fläche in der Mitte freigeschaufelt und auf den entstehenden Vorsprung können die Sitzkissen platziert werden. Dadurch kann ein aufrechtes Sitzen ermöglicht werden. Das Abspannen erfolgt mit Schneeankern oder Skiern, wobei darauf zu achten ist, dass die Stahlkanten nicht die Seile durchschneiden.

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Zum Aufbau des Camps gehört ebenso die Herstellung des stillen Örtchens, welche von Lutz im Beitrag zuvor ausführlich beschrieben wurde. Außerdem müssen die für die Küche notwendigen Utensilien dahin gebracht und die Zelte eingerichtet werden, bevor sich alle hungrig im Küchenzelt versammeln und schon den ersten Tee schlürfen. Näheres  zu den kulinarischen Genüssen auf Skitour wird in einem der folgenden Beiträge beschrieben.

 

Disclaimer: Vielen Dank an den Zelthersteller Wechsel Tents für den guten Support und die kostenlose Bereitstellung der Zelte, wie auch dem Skihersteller Sporten für die Unterstützung.

Arktistraining Teil 3 – unsere Ausrüstung von Aclima und Picture Organic Clothing

###Werbung### Hier schreibt Fabian, Student des Bauingenieurwesens aus Cottbus. Ich habe während unseres Trainings verschiedene Ausrüstungsteile der französischen Marke Picture Organic Clothing getestet. und beschreibe mal im Folgenden, was mich daran überzeugt hat.

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Bei einer Tour durch Eis und Schnee ist es wichtig, den Körper warm zu halten. Sowohl in Bewegung, als auch in Ruhephasen sollte daher die richtige Bekleidung gewählt werden. Die erste Schicht besteht aus langer Unterwäsche. Ich persönlich empfinde Wolle als sehr angenehm. Über unseren Partner Aclima schreibt Geertje weiter unten.

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Die Socken

An den Füßen trage ich dünne Socken, eine Dampfbremse und nochmal dickere Socken darüber. Das hat den Vorteil, dass nur ein Paar Socken nass wird. Über Nacht nehme ich dieses mit in den Schlafsack zum Trocknen. Das Futter der Schuhe und die dicken Socken bleiben trocken und warm.

Apropos Schuhwerk: Hier kommt der Alfa Back Country/ Tourenschuh zum Einsatz.

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Picture organic clothing auf Skitour

Die Oberbekleidung wurde mir dankenswerterweise vom Label Picture Organic Clothing gestellt.

An den Beinen

Beginnen wir unten. Die Hardshell-Hose überzeugte durch eine gute Passform und praktische, sorgfältig ausgearbeitete Details. Der innere Saum der Hose ließ sich in die Schnürsenkel einhaken, sodass auch im Tiefschnee keine Feuchtigkeit in die Hose gelangen konnte. Die wasserabweisende Außenschicht reichte bis über die Knöchel. Auch nach oben ist die Hose ausreichend lang, um den unteren Bauch angenehm warm zu halten. Leichte Hosenträger vermeiden das Verrutschen.

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In sportlich anstrengenden Momenten war ich sehr dankbar für die seitlichen Reißverschlüsse, die als Lüftungsschlitze zum Abführen der Körperwärme dienen. Besonders praktisch zum Verstauen der wichtigsten Utensilien sind die aufgesetzten Taschen am Oberschenkel.

Isolierende Schicht von Picture Organic Clothing

Für die ruhigeren Stunden im Lager durfte ich zudem eine Daunenhose testen. Die weite Passform und der leichte Gummibund garantierten schnelles An- und Ausziehen und bequemen Sitz in jeder Position.

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Und oben rum?

Aber genug zur Bekleidung „untenrum“. Die wetterfeste Garderobe am Oberkörper bestand wiederum aus einer Hardshell-Jacke mit einigen praktischen Taschen. Außerdem konnte ich auch hier auf Lüftungsschlitze unter den Achseln zurückgreifen und den Sitz der Kapuze einstellen. Selbst an stürmischen und feuchten Tagen blieb ich damit warm und trocken.

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In den Pausen tauschte ich die Wetterjacke gegen eine dünne aber isolierende Jacke, die Takashima Jacket. Das verhindert ein rasches Auskühlen des Körpers während der Pausenzeit. Des weiteren bietet die Jacke eine gute Möglichkeit zum Verstauen der Snacks.

Für die Abendstunden stand mir noch eine dickere  noch wärmere Jacke, das Scape Jacket zur Verfügung. Im Laufe der Woche habe ich festgestellt, dass die Jacken übereinander getragen auch sehr gut warm halten. Besonders bei deutlichen Minusgraden eignet sich dieser Zwiebel-Look hervorragend.

Ich bin 1,87 Meter groß und habe eine normale Statur. Die Kleidung von Picture Organic Clothing wurde mir freundlicherweise in der Größe L zur Verfügung gestellt. Passform und Länge waren für mich perfekt geeignet. Von der Verarbeitung war ich von Beginn an überzeugt und auch nach der Woche im norwegischen Trainingslager würde ich die getesteten Artikel wieder verwenden.

Übrigens produziert Picture Organic Clothing super nachhaltig. Es wird nur Bio Baumwolle verwendet, die bei der Produktion bis zu 94% weniger Co2 an die Umwelt abgibt. Außerdem wird sehr viel mit Recycelten Plastik gearbeitet. Wußtest du, dass 50 Plastikflaschen eine neue Jacke von Picture Organic ergeben?

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Ausrüstung aus Merinowolle von Aclima

Hier schreibt Geertje, ebenfalls Teilnehmerin des Arktistraining in der Hardangervidda und Schneeerfahren in in vielerlei Hinsicht.

Merinowolle ist ein der besten Materialien, die ich kenne, da sie hoch atmungsaktiv ist und prima warm hält. Selbst im etwas feuchten Zustand wärmt Merinowolle noch.

In diesem Winter haben wir unter anderem beim Arktistraining Produkte des norwegischen Herstellers Aclima ausprobiert.

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Kollektionsnamen wie Warmwool, Doublewool und Woolnet bestimmen schon seit einiger Zeit das Sortiment der nordischen Marke. Was darunter zu verstehen ist, konnte ich prima erfahren, denn die Strickjacke Aclima DW Jacket  besteht aus zwei Schichten. Das Merinowollfleece ist angenehm warm und weich und besitzt innen einen Layer aus Woolnet, also aus Netzmaterial. Durch diese Kombination ist die Jacke besonders warm, aber trotzdem sehr leicht. Die Luft zwischen Netz und Fleecelayer isoliert zusätzlich und sorgt für sehr hohe Atmungsaktivität.


Das zahlt isch bei der Arbeit im Schnee oder auf so einer Skitour aus. Die Haut fühlt sich immer wunderbar trocken und warm an. Als Baselayer eignet sich für so eine Tour ein Longsleeve aus Merinowolle mit einer stärke von 200g bis 230g. An manchen Sonnentagen sind Teilnehmer aus unserer Trainingsgruppe auch nur mit  Longsleeve unterwegs und tragen gar keine weitere Jacke drüber. Ja so herrlich warm und leicht kann sich der Skandinavische Frühlingswinter anfühlen.

Was am Oberkörper funktioniert, ist auch prima am Kopf als Mütze, Handgelenkwärmer, als Longjohn oder Socke. Das Prinzip von Merinowolle lässt sich von Unterwäsche bis neuerdings auch in Hardshellform anwenden.Ein Teil der Kollektion wurde vom norwegischen Abenteurer Lars Monsen inspiriert.
Man erkennt sie an den leuchtenden Farben und dem M an der Seite.

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Übrigens passen auch die nachhaltigen Grundwerte in der Produktentwicklung von Aclima zu unserem Iceploration Projekt.
Die Merinoschafe, von denen die Wolle gewonnen wird, werden nachhaltig gehalten und es wird komplett auf schädliche Substanzen in der Wolle verzichtet. Das führt zu einer Öko-Zertifizierung des gesamten Herstellungsprozesses.

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Wolle ist eine erneuerbare Ressource und außerdem biologisch abbaubar. Abfälle aus der Produktion werden an ein Unternehmen abgegeben, das Boxsäcke herstellt.
Die Färbeverfahren der schön bunten Merinowollausrüstung finden in einem geschlossenen Kreislauf statt, um Abwasser zu reduzieren.

Mit den Richtlinien der Marke und unsern Forschungsvorhaben in Sachen Klima können wir guten Gewissens überein gehen und freuen uns so einen passenden Partner gefunden zu haben.
Disclaimer Die Samples von Aclima und Picture Organic Clothing wurden uns kostenfrei zur Verfügung gestellt. Vielen Dank.