Photogrammetrische Arbeiten am Knud-Rasmussen-Gletscher (Grönland) – Ein Reisebereicht von Luisa

Reise in eine andere Welt

Der Sommer 2019 hielt großartige Erlebnisse bereit. Es eröffnete sich die große Chance an einer Expedition in Grönland teilzunehmen.

Dinge, die eingepackt wurden

Direkt im Anschluss an die Vorlesungszeit startete der Flieger, der mich der größten von Eismassen bedeckten Insel in der Arktis näher bringen sollte. Das Ziel war Grönland, um dort Messungen durchzuführen. Die geplante 26-stündige Anreise verzögerte sich durch Unwetter in Frankfurt leider etwas. Nach 76 Stunden sind aus dem Fenster des kleinen Propellerflugzeuges die ersten Eisberge zu sehen.

Blick aus dem Propellerflugzeug auf die Ostküste

Die Maschine fliegt zwischen den Bergen hindurch, bevor sie auf einer Schotterpiste landet. Am Flugplatz warten bereits Arved Fuchs und ein weiteres Crewmitglied, um die Neuankömmlinge zu begrüßen. Mit mir reisen Arveds Frau Brigitte sowie der Kameramann Tim an. Durch die Verzögerung ist Prof. Karel Pavelka von der CTU in Prag bereits vor Ort und alle gehen gemeinsam an Bord der Dagmar Aaen. Der ehemalige Fischkutter ist als Expeditionsschiff umgebaut, welches für Arved Fuchs in den letzten Jahrzehnten zum treuen Wegbegleiter bei seinen zahlreichen Expeditionen in den Polarregionen wurde.

Dagmar Aaen ankert im Fjord

Nach einem freundlichen Empfang der ganzen Crew startet die Fahrt in Richtung des Knud Rasmussen Gletschers. Es wird von Windstille und tagelangem Sonnenschein erzählt, doch der Empfang ist eher trüb und regnerisch.

Das stört jedoch niemanden und so werden an diesem Tag noch etwa 50 km zurückgelegt, bevor der Ruf kommt „Anker ist klar zum Fallen“, welcher mit dem Kommando zum Fallenlassen und der notwendigen Länge der Ankerkette erwidert wird. Auf dem Schiff wird die Wache im Dreischichtsystem durchgeführt, sodass immer drei Leute für jeweils vier Stunden verantwortlich sind. Während der Ankerwache muss nur eine Person des Dreierteams wach sein. Am Abend verkriechen sich alle in ihre Kojen. Diese sind von der Größe mit einem Sarg vergleichbar und Schlafpositionen mit angewinkelten Beinen lassen sich nur schwer einnehmen. Es sollte beim Schlafenlegen darauf geachtet werden, ob der Kopf oder die Beine zuerst hinein müssen. Anschließend kann die hölzerne Schiebetür geschlossen werden.

Fahrt zum Knud-Rasmussen-Gletscher

Am nächsten Morgen wird die Crew durch das Geklapper der Töpfe und den frischen Kaffeeduft geweckt. Der Koch Thomas bereitet für das Frühstück Kaiserschmarrn zu. Außerdem macht sich die Zeitverschiebung von vier Stunden bemerkbar, sodass die Neuankömmlinge sehr früh wach sind. Nach der vorzüglichen Stärkung wird der Anker gelichtet und die Fahrt zum Gletscher fortgesetzt, der schon aus großer Entfernung zu sehen ist.

Knud-Rasmussen-Gletscher aus der Ferne (rechts im Bild)

In einem Buch sind Luftaufnahmen von 1933 und 2013, welche die Veränderungen der Gletscher dokumentieren. Das Ausmaß ist erschreckend. Der Knud-Rasmussen-Gletscher ist zwar nicht so weit zurückgegangen, aber deutlich dünner geworden und die seitlichen kleineren Gletscher reichen nicht mehr bis zum Wasser. Einige Kilometer zuvor öffnet sich der Blick zum Kârale-Gletscher. Dort ist der Rückgang deutlich sichtbar. Die Gletscherzunge hat sich um mehrere Kilometer zurückgezogen und mehrfach geteilt.

Blick zum Kârale-Gletscher
Aufbau für photogrammetrische Messung

Im Fjord treiben einige Eisberge, aber erstaunlicherweise sind es so wenige, dass die Fahrt mit der Dagmar Aaen kein großes Problem darstellt. Dennoch wartet das Schiff in ausreichendem Abstand und ein Teil der Besatzung macht sich mit dem Beiboot auf den Weg an Land. Dort beginnt das Messprogramm von Karel. Es sollen photogrammetrische Messungen am Knud-Rasmussen-Gletscher durchgeführt werden.

Zunächst müssen die für den Flug sicher verpackten Einzelteile ausgepackt und zusammengebaut werden. Das aus Styropor bestehende Leichtflugzeug von eBee besitzt einen Propeller und zwei mit Servomotoren gesteuerte Flügel. Im kompakten Herzstück dieser Drohne ist viel Elektronik verbaut, beispielsweise für die Windmessung, das GPS oder optische Sensoren, die bei der Landung unterstützend wirken. Außerdem werden ein Akku sowie die Kamera eingelegt. Im Programm eMotion hat Karel bereits ein Satellitenfoto als Anhaltspunkt hinterlegt, welches allerdings mit den tatsächlichen Koordinaten nicht übereinstimmt. Das ist in diesen Regionen nicht selten der Fall. Auf Basis des Fotos wurde ein Flugplan erstellt. Die etwa 2 km breite Gletscherzunge soll in Bahnen überflogen werden, wobei die Richtung und Höhe oder die Pixelgröße eingestellt wird. Außerdem muss eine geeignete Position für die Landung festgelegt werden, was inmitten des Geröllfeldes der Moräne nicht so einfach ist. Das Leichtflugzeug wird von Karel aus der Hand gestartet und empfängt über ein Radiomodem die Signale. Der Flug dauert etwa eine halbe Stunde und es entstehen ca. 160 Fotos auf einem 2 km x 500 m großen Areal.

Karel startet die Drohne

Nach etwa drei Stunden wird das Gebiet erneut überflogen, allerdings mit einem leicht veränderten Flugplan, da das Signal kurz vor Ende des ersten Fluges hinter einem Berg verschwand und der Flug abgebrochen wurde. Der zweite Überflug konnte erfolgreich durchgeführt werden. Die Einzelteile wurden sicher verpackt und es ging zurück zur Dagmar Aaen. Anhand der zahlreichen Bilder lässt sich je Überflug ein digitales Geländemodell generieren. Dazu wird das Programm Pix4D genutzt und zunächst eine Punktwolke erzeugt. So ist es möglich, aus den beiden Geländemodellen die Verschiebung an verschiedenen Stellen zu berechnen. Erwartungsgemäß ist die Geschwindigkeit in der Mitte des Gletschers deutlich höher als am Rand.

Die photogrammetrischen Messungen waren tagesfüllend, sodass die Nachricht über einen örtlichen Fischer, der am Schiff anhielt und seinen frisch gefangenen Heilbutt verkaufte, sehr erfreulich war. Thomas hat diesen ausgenommen und zu einem vorzüglichen Abendessen zubereitet. Nachdem ein ruhiger Platz zum Ankern gefunden ist, springen zwei verrückte Crewmitglieder bei herrlichem Sonnenschein kurz in das eisige 3°C kalte Wasser.

Skurrile Formen der Eisberge

Die Routine auf dem Schiff ist immer ähnlich. Nach dem nächtlichen Wachdienst gibt es frischen Kaffee für alle. Das Frühstück variiert zwischen Müsli mit Blaubeersuppe und Obst oder selbstgebackenem Brot. Ab und zu gibt es besondere Leckereien, wie beispielsweise den Kaiserschmarrn. Während die Crew das Schiff klar macht, gibt es immer eine Person, welche die Backschaft übernimmt. Dazu gehört der gesamte Abwasch, der an diesem Tag anfällt. Zunächst sollte dieser mit Salzwasser vorgespült werden, bevor das Süßwasser aus dem Tank verwendet wird. Der Tank hat begrenzte Ressourcen, sodass frisches Wasser an kleinen Gletscherflüssen mit Wassersäcken geholt werden muss, um diesen nachzufüllen. Außerdem erhält der Koch Unterstützung vom Backschafter beim Kochen, Schnippeln und Vorbereiten der Mahlzeiten. Weiterhin gehört das Reinigen der Aufenthaltsräume sowie der Toiletten dazu. Dafür werden Lappen in verschiedenen Farben verwendet. Besonders angenehm ist dieser Dienst an Tagen, an denen ein Teil der Crew an Land ist und das Schiff ohne Wellengang ruhig im Fjord liegt.

Bei der Weiterfahrt an einem anderen Tag wurde die Dagmar Aaen zwischen den Eisbergen mit Hilfe von Handzeichen am Bug des Schiffes hindurchmanövriert. Die am Ruder befindliche Person muss sich voll auf den Vordermann verlassen können. Es geht in Richtung Kârale-Gletscher. An einer ruhigeren Stelle wartet das Schiff und ein Teil der Besatzung geht an Land, um eine Müllsammelaktion durchzuführen. An einem Strandabschnitt werden sämtliche Plastikteile, Fischernetze und anderer Abfall genau dokumentiert. An diesen unbewohnten, entlegenen Küstenabschnitten kommen nicht viele Menschen vorbei, sodass dieser Müll vom Meer angespült wurde. Diese Aktionen wurden vom Team der Dagmar Aaen an Stränden in unterschiedlichsten Regionen im Rahmen der Expedition „Ocean Change – Turn the page“ durchgeführt.

Die nächste größere Station ist die ehemalige US-Militärbasis „Bluie East II“. Für die dort durchzuführenden Unternehmungen ist mehr Zeit eingeplant. Das Schiff kommt am Nachmittag an, sodass bereits kurz danach ein Teil der Crew an Land geht und sich ein wenig umschaut. Es wird von einem riesigen Areal mit alten Autos, Bergen von auslaufenden Fässern, einer Schotterlandebahn sowie einem eingestürzten Flugzeughangar berichtet. Hinter der Kuppe versteckt sich ein kleiner Bergsee.

Arved und Matze besuchen die Station nicht zum ersten Mal. Hintergrund des erneuten Besuches ist die geplante baldige Räumungsaktion durch eine grönländische Firma. Die Amerikaner haben diese 1947 Hals über Kopf verlassen und vieles an Ort und Stelle liegen gelassen. Es gab Zahlungen der USA an Dänemark, um dort aufzuräumen. Das soll nun gemacht werden, doch die Bevölkerung Ostgrönlands steht diesem Vorhaben gespalten gegenüber. Es werden Bootstouren für Touristen angeboten, um sich die Militärbasis anzuschauen. Für die Grönländer ist der Tourismus sehr wichtig, da sie selbst kein produzierendes Gewerbe haben. Die dänischen Versorgungsschiffe können nur im Sommerhalbjahr verkehren, denn das Meer ist den Rest des Jahres zugefroren.

Zurückgelassene Fahrzeuge, Maschinen und anderer Schrott
Vom Rost zerfressene Fässer sind ausgelaufen und der Inhalt im Boden versickert.

Der Kameramann Tim ist mit an Bord und möchte dort zahlreiche Film- sowie Drohnenaufnahmen machen. Zur Ausrüstung gehören unter anderem eine Videokamera, eine 360°-Kamera, eine Drohne für Luftaufnahmen sowie ein Audiorecorder für Sprache und Geräusche. Des Weiteren ist an Bord der Dagmar Aaen eine Unterwasserdrohne vorhanden. Das aufgenommene Material kommt auf den öffentlichkeitswirksamen Kanälen von Arved Fuchs sowie bei Fernseh- und Radiosendungen zum Einsatz. Matze, ein weiteres Crewmitglied, ist hauptberuflich beim Norddeutschen Rundfunk und präsentiert die Expedition in diesem Umfeld. Außerdem ist er stark in die Untersuchungen an der Bluie East II involviert.

Arved Fuchs inmitten der Berge aus Fässern

Es sind zahlreiche Boden- sowie Flüssigkeitsproben geplant, die später an einem Institut für Umweltanalytik in Bayern untersucht und ausgewertet werden. Die Durchführung der Entnahme ist sehr genau vorgeschrieben. Es gibt einen speziellen Bohrer und einen Becher mit denen der Boden entnommen wird. Außerdem sind die Schichten von 0 cm bis 10 cm sowie von 10 cm bis 50 cm zu unterscheiden. Die Stelle wird fotografisch dokumentiert und mit der GPS-Position verortet. Für jede Probe ist ein Behälter vorgesehen und es gibt ein kleines Glasfläschchen, in welches ein Teil des Materials gefüllt und anschließend luftdicht verplombt wird, um mögliche austretende Gase nachzuweisen.

Insgesamt sind etwa 40 Proben zu nehmen, wobei die beiden Durchführenden, Matze und Lauren, die Stellen auswählen, an denen sie kontaminierte Böden vermuten. Dazu zählen ausgelaufene Fässer oder mögliche Asbestreste der Häuser und Werkstätten. Zur Ausstattung gehörte außerdem ein Geigerzähler, um Alpha-, Beta- und Gammastrahlung zu detektieren. Dieser zeigte jedoch keine bedenklichen oder gesundheitsschädlichen Werte an.

Bei der Abfahrt ist erkennbar, dass die ganze Militärbasis strategisch gut gelegen ist. Die Landebahn passt sich in die Landschaft ein und der Hangar sowie die Wirtschaftsgebäude und Werkstätten sind vom Wasser nicht einsehbar, sondern hinter der Kuppe versteckt. Der Bergsee, welcher vom darüber liegenden Gletscher gespeist wird, bleibt vollständig verborgen. Je weiter sich das Schiff entfernt, desto mehr verschwimmen die Anzeichen von Zivilisation mit der Landschaft.

Die Natur hat sich das Areal teilweise zurück geholt.

Für einen Abend geht es für die Dagmar Aaen zu der kleinen Ortschaft Kuumiit. Auf dem Weg dahin bietet sich der Crew ein gewaltiges Naturschauspiel. Neben den großen Eisbergen im Fjord sind in der Ferne Fontänen von ein paar Walen zu sehen. Das Fernglas und die Kameras werden hervorgeholt und je näher das Schiff kommt, desto deutlicher ist erkennbar, dass es sich um zwei Wale handelt, die einen Schwarm Vögel um sich scharen. Während sich alle auf der einen Seite der Dagmar Aaen sammeln, kommt von Lauren der Ruf „Pottwal!“ und sie deutet auf die andere Seite. Mit gedrosseltem Motor dreht der Steuermann eine Runde, sodass das Schiff sehr nah herankommt. Der Pottwal liegt ruhig wie ein Baumstamm im Wasser und bläst ab und zu seitlich aus. Nach einer Weile beginnt er tiefer zu atmen und der Rücken wölbt sich stärker. Einige dieser tiefen Atemzüge reichen aus, bevor er seine Fluke in der Abendsonne zeigt und in die Tiefe abtaucht.

Pottwal taucht ab
Hund mit Jungen

Im Anschluss an dieses grandiose Erlebnis ist es nur noch ein kurzes Stück bis zum Steg in Kuumiit. Der Anleger an der Fischfabrik ist zum Glück frei, sodass das Schiff festmachen kann und keine Ankerwache notwendig ist. Nachdem alles erledigt ist, geht es noch zu einer kleinen Erkundung durch das Dorf. Der Weg dorthin ist sehr steil, sandig und nicht befestigt, sodass Autos kaum eine Chance haben. Im Dorf sind ein Radlader sowie ein Quad und jede Menge Kinderwagen zu sehen. Die übrigen Fortbewegungsmittel sind nur zu anderen Jahreszeiten benutzbar. Es gibt einige Motorschlitten, Hundeschlitten und Kinderschlitten. Außerdem sind fast vor jedem Haus Hunde angekettet, die diese im Winter ziehen müssen.

Friedhof von Kuumiit

Auf den Wegen sind viele Menschen unterwegs, die die Fremdlinge ein wenig argwöhnisch anschauen, aber immer freundlich lächeln. Eine Verständigung ist leider nur mit Händen, Füßen und Lächeln möglich, da die Menschen Dänisch und Grönländisch (bzw. Tunumiisut, ihren regionalen Dialekt) sprechen. Ein paar Kinder spielen Fußball und machen Faxen. Am anderen Ende des Ortes ist ein Hubschrauberlandeplatz und ein kleiner Friedhof. Dort stehen jede Menge weiße Kreuze, aber die meisten haben nur eine Nummer, um den Namen des Toten wieder frei zu geben. Außerdem sollen die Toten einen guten Blick zum Meer haben, da dies ein wichtiges Element im Leben der Menschen ist. Auf den Gräbern liegen vorwiegend blaue und rote Kunstblumen.

Beim Weitergehen befindet sich ganz am Rand des Dorfes eine Mülldeponie, welche schon fast ins Meer abrutscht. Auch auf den Grundstücken liegen kaputte Bootsmotoren, alte Spielzeuge und Verpackungsreste. Durch die Versorgung der dänischen Schiffe kommt viel Abfall mit auf die Insel, welcher schwer zu entsorgen ist. Es gibt nur wenige Verbrennungsanlagen, sodass dieser gesammelt, gepresst und nach und nach von den Dänen abgeholt wird.

Blick auf die bunten Häuser des Dorfes

Schon aus der Ferne und auch beim Laufen durch den Ort fallen die bunten Häuser auf. Aus den Farben lassen sich zum Teil die Funktionen ablesen. Ärzte und Krankenhäuser sind beispielsweise gelb und öffentliche Gebäude wie Schule, Supermarkt oder Verwaltung sind rot. Die Polizei ist schwarz und blau steht für Versorgungsgebäude. Dazu zählen Fischfabriken sowie Gebäude für die Wasserversorgung und Elektrizität. In Kuumiit gibt es keine Wasserleitungen zu den Häusern. Die Menschen müssen sich dieses an zentralen Punkten holen und das Abwasser läuft entweder in kleinen Bächen ins Meer oder es steht ein Eimer außen am Haus, in dem die Fäkalien aufgefangen werden. Nachdem ein paar Eindrücke gesammelt sind, übernachtet die Crew an Bord.

Kuumiit in der Abendsonne

Da die Abfahrt am nächsten Tag erst für Mittag angesetzt ist, bleibt erneut Zeit, den Ort anzuschauen. Der Supermarkt und die Kirche werden inspiziert. Dort hängt ein traditionelles Frauenboot und ein modernes Segelschiff. Auf dem Lampenschirm sind verschiedene Disney-Prinzessinnen abgebildet. Beim Laufen durch die Ortschaft werden Thomas und ich auf Englisch angesprochen. Es stellt sich heraus, dass es ein Arzt ist, der von Färöer stammt. Er erzählt den Beiden eine Menge von Grönland und den Menschen dort. Nach einer Weile gesellen sich ein weiteres Crewmitglied und ein Einheimischer dazu. Er bietet seinen frisch gefangenen Fisch an. Der Koch Thomas ist sofort begeistert, sodass sie ihm zu seinem Haus folgen und er einen großen gepunkteten Wels verkauft. Im Anschluss daran werden sie von dem Arzt in sein Haus eingeladen und hören viel über die Probleme und Chancen sowie Bräuche der Grönländer. Nach den Gesprächen kehren die Drei zur Dagmar Aaen zurück und setzen die Fahrt fort.

Bei der Abfahrt von Kuumiit zeigt sich erneut ein Pottwal, möglicherweise war es derselbe. Der Kurs führt aus den Fjorden heraus zum Meer. Der Unterschied ist nur durch den verstärkten Wind im Gesicht und die fehlende Felswand auf der Backbordseite auszumachen. Wellen sind kaum vorhanden. Einige Eisberge sind noch zu sehen und die schroffe Landschaft der Küste. Als vermehrt Hubschrauber über das Schiff hinweg fliegen, kommt der größere Ort Tasiilaq näher. Es handelt sich um Pendelflüge zum Flughafen in Kulusuk. Nach einer Felsnase öffnet sich ein Fjord, welcher ebenfalls Tasiilaq heißt. Beim Erreichen des Ortes ist zuerst ein riesiger Müllberg zu sehen, der in den letzten Jahren ein wenig geschrumpft sein soll und der Campingplatz. Anschließend öffnet sich auch der Blick auf die kleine Stadt. Karel und ich packen die Sachen, verabschieden sich von allen, verlassen die Dagmar Aaen und beziehen Quartier auf dem Campingplatz.

Damit endet die lehrreiche, abenteuerliche und unglaublich spannende Zeit mit Arved Fuchs und seiner Crew. Die Expedition Ocean Change geht weiter und im Rahmen dieser finden zahlreiche Projekte rund um die Themen Klimawandel, Verschmutzung der Meere und mögliche Lösungsansätze statt. Weitere Informationen, Texte und Filme zur Expedition gibt es auf folgender Webseite: https://www.arved-fuchs.de/expeditionen/ocean-change-0

Verfasst von Luisa Näke

Dagmar Aaen ankert im morgendlichen Nebel

Ein Kommentar zu „Photogrammetrische Arbeiten am Knud-Rasmussen-Gletscher (Grönland) – Ein Reisebereicht von Luisa

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