Nachruf auf Wilfried Korth

Wir trauern um Wilfried Korth.  Sein plötzlicher Tod hat uns alle schockiert und ein tiefes Loch hinterlassen, dort wo er im Verein und in der Expeditionsvorbereitung und -leitung, derjenige war, der das Ruder in die Hand nahm, inspirierte und kein Mann der leeren Worte war, sondern so viele Pläne in die Tat umgesetzt hat. Wilfried Korth war für uns ein Vorbild in so vielerlei Hinsicht. „Das kriegen wir schon hin“ stimmte immer und war untersetzt mit jeder Menge Improvisationsvermögen und Ideen, die er in die Tat umsetzte.  Ging etwas kaputt, konnte er es immer reparieren. Ein Loch im Lederschuh wurde mit Zahnseide genäht, ein Zahnloch auf dem Inlandeis 2006 mit Sekundenkleber gefüllt.
Mit Iceploration hat er einen Verein und eine Plattform ins Leben gerufen, die Wissenschaft und Kunst vereint, die Expeditionserlebnisse und wissenschaftliche Forschung zu den Menschen bringt und berührt.

In den letzten Monaten haben wir zusammen einige Veranstaltungen mit jungen Menschen zum Thema Klimawandel durchgeführt. Dort verstand er es vortrefflich, sowohl Grundschüler zu erreichen, als auch Abiturienten von der wichtigen Forschungsarbeit zu erzählen und Berufsperspektiven in der Polarforschung aufzuzeigen. Mit so viel Herzblut und Einfühlungsvermögen hat er das hier her transportiert, was er im ewigen Eis erlebt hat.

Für uns alle ist das Leben Wilfried Korths eine große Inspiration, er hat in uns mit dem Polarvirus infiziert und uns auf die vielen Reisen mitgenommen. In seinem Sinne werden wir unser Bestes tun, seine Geschichten weiterleben zu lassen und unsere Aktivitäten fortführen, so gut es uns gelingt.

Arktistraining Teil 6 – „gesunde“ Ernährung und erholsamer Schlaf auf Wintertouren

Expeditionsteilnehmer und erfahrener Grönlandquerer Frank Polte schreibt für unseren Iceploration Blog über die wichtigen Themen Ernährung und Schlaf auf Wintertouren.

Expeditionen und Touren in der Arktis bieten in vieler Hinsicht Herausforderungen. Dabei reduzieren sich die Aktivitäten neben dem Erreichen des Hauptzieles oft auf die grundlegenden Bedürfnisse Ernährung, Schlaf, Toilettengang, Wärme. Besonders die Ernährung und Schlaf sind wichtig um die Leistungsfähigkeit zu behalten. Im Grunde ist das ähnlich wie im Sport. Die Balance zwischen genügend Ernährung, körperlicher Anstrengung und Erholung sind sehr wichtig.

Von den Energiereserven zehren?

Das wird um so wichtiger je länger die Tour dauert. Bei kürzeren Touren kann man von seinen Reserven zehren wenn man nicht genügend Ernährung zuführt, genauso kann man zu wenig Erholung kompensieren. Wenn die Tour jedoch länger als 1-2 Wochen dauert, ist es wichtig eine Balance zwischen Ernährung, Anstrengung und Erholung zu haben.

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Bei unserer Hardangervidda Vorbereitungstour konnten wir zwar nur teilweise dieses Verhältnis testen, aber durchaus nützlicher Erfahrungen sammeln.

Trockenfutter auf Tour

Um Gewicht und Volumen zu sparen, benutzten wir gefriergetrocknete Trekkingnahrung. Diese gibt es in vielen verschiedenen Varianten, so kann man durchaus sehr variiert speisen wenn man auf Tour ist. Diese getrocknete Nahrung wird nur in heißes Wasser eingerührt und nach kurzer Zeit ist das Essen fertig. Mit getrockneter Nahrung spart man etwa 30% an Gewicht und Volumen. An einem typischen Tag speisten wir etwa folgendes.

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Der Essensplan auf Wintertour

Zum Frühstück Müsli mit Milchpulver, Kaffee oder Tee. Tagsüber 2-4 Energieriegel, etwas Schokolade oder Nüsse oder Kekse. Jeder hat mindestens 1 l Tee in seiner Thermosflasche.

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Zum Abend gab es als Starter eine Suppe mit etwas Salami und getrocknetem Brot. Als Hauptgericht aßen wir dann die Trekkingnahrung. Zu trinken gab es Tee und wenn man Glück hatte, gab es einen Schuss Rum hinein. Das aber nicht an jedem Tag. Solche Schmäckerchen wir einen Schluck Rum im Tee, eine extra Schokolade, Kaffee oder Eierkuchen zum Nachtisch sind sehr wichtig für das Gemüt und heben immer die Stimmung.

Gewicht und Energie

Ein solcher Essenplan funktioniert auf kürzeren Touren bis 2 Wochen ganz gut. Bei längeren Touren in der Arktis wie einer Grönlanddurchquerung sollte man von einem Energiebedarf von mindestens 4000 kcal per Person ausgehen. Um diese Energiemenge zu erreichen kan man den Essenplan mit hochenergetischen Nahrungsmitteln ergänzen. Das sind zum Beispiel Speck, Öl, Pemikan oder Peronin. Da wird der Pulka schnell recht schwer. Je länger die Tour, desto wichtiger werden Gewicht und Volumen. Geringes Gewicht und Volumen sind natürlich auch bei kürzeren Touren von Vorteil, jedoch sind diese da keine begrenzenden Faktoren.

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Hochenergienahrung Pemikan und Peronin

Pemikan und Peronin sind sehr interessante Nahrungsmittel mit hohem Energiegehalt. Pemikan ist eine Fett-Fleischmischung mit Kräutern und Beeren gewürzt welche von den Inuit schon vor vielen Jahrhunderten genutzt wurde. Peronin ist genau das Gegenteil. Das ist ein kommerzielles Produkt welches ausgehend von künstlicher Ernährung für Ausdauersport und Expeditionen entwickelt wurde. Es ist sehr leicht verdaulich und wird als eine Art Milkshake getrunken. Peronin nutzten wir vorzugsweise früh oder tagsüber und Pemikan als Zusatz zum Abendessen.


Da die Ernährung so wichtig ist, wenn man auf längere Expedition geht, sollte das zuvor ausprobiert werden. Individuelle Vorlieben und Besonderheiten müssen berücksichtigt werden. Da ich zum Beispiel nicht jeden Tag Müsli zum Frühstück essen möchte, werde ich mich für Alternativen wie Rührei oder Gemüsemix einsetzen. Auch die Körpergrösse ist wichtig, ein großer Mensch verbraucht mehr Kalorien als ein kleiner. Auf Tour hat man in der Regel immer Hunger, daher ist es wichtig einen Essenplan aufzustellen um ausreichend essen für alle Teilnehmer für die gesamte Tour zu haben.

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Geruhsamer Schlaf im Schlafsack bei Minustemperaturen

Nach einem anstrengenden Tag auf Tour mit Ski und Pulka schläft man normalerweise sehr gut. Dazu die frische Luft und die Stille, das ist einfach herrlich. Naja, nicht immer ist es so ruhig und die frische Luft kann etwas zu frisch sein wenn es sehr kalt ist. Bei Wind flattert das Zelt und das kann einem den Schlaf rauben. Wenn es dagegen schneit, wird alles ganz still, da der Schnee alle Gerausche dämpft. Das ist das schönste und ich schlafe da immer wunderbar. Gewöhnlich ist es dann auch nicht so kalt, denn der Schnee isoliert sehr gut. Wenn das Zelt wegen des straffen Windes jedoch knattert helfen dann nur die Ohrenstöpsel es sei denn man ist derart erschöpft dass man eine Art Ohnmachtsschlaft schläft.

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Isomatten – eine gute Grundlage

Um gut schlafen zu können sind auch ein warmer Schlafsack und 2 gute Isolationsmatten nötig. Mit einer Matte spürt man gewöhnlich die Kälte hindurch wenn man auf Eis oder einem Gletscher liegt. Zwei Matten sind da besser. Der Schlafsack sollte warm genug und kompfortabel sein. Für extra kalte Tage kann man entweder mehr warme Unterwäsche oder Fleece anziehen oder einen dünnen Überschlafsack benutzen. Dann wird‘s kuschelig.
Boenas noches!

Disclaimer: Vielen Dank für die Unterstützung mit Ausrüstung durch Aclima, Picture Organic Clothing, Alfa Sko, Sporten Ski, Blå Band Trekkingnahrung.

Vorbereitungen der Grönlandexpedition 2019

 

In der vergangenen Woche trafen sich Mitglieder von Iceploration und Studenten aus Cottbus und Berlin, um die Expedition nach Grönland im Sommer 2019 vorzubereiten.
Die Studenten werden sowohl fachlich als auch organisatorisch in die Prozesse vor, während und nach der Expedition eingebunden.
Wir freuen uns auf neue Inspiration und Energie in den nächsten Wochen und Monaten!

 

Schülerakademie „Arktis zum Anfassen“ in der Wissenschaftsetage

Mit Unterstützung der Koordinationsstelle Klimaschutz der Landeshauptstadt Potsdam und des Vereins Iceploration werden am 16. Januar 2018 in der Wissenschaftsetage Schüler der Sekundarstufe mit dem Thema Klimawandel und Klimaforschung in Berührung kommen. Anschaulich und praxisnah erläutert Prof Wilfried Korth, der bei mehreren Grönlandexpeditionen unter anderem wichtige Daten zum Klimawandel gesammelt hat, wie es ist, als kleine Gruppe auf dem Eis unterwegs zu sein und wie sich die Arktis aus den Augen eines Wissenschaftlers verändert. Die Künstlerin Geertje Jacob betrachtet das Thema aus einem anderen Blickwinkel und arbeitet während der Schülerakademie mit den Jugendlichen an einem Block Klareis. Weiterhin berichtet sie von ihrer künstlerischen Arbeit mit Eis und Schnee in arktischen Gegenden und führt durch ihre Ausstellung in der Wissenschaftsetage.

Klimapreis Potsdam

Iceploration e.V. bekommt den Klimapreis. Am 8. Juni 2017 überreichte der Oberbürgermeister den Klimapreis 2017. Der Verein Iceploration wurde für sein Engagement geehrt. Wie im Film zum Preis zu hören war, ist es das Ziel der Vereinsarbeit, die Forschungsergebnisse , die Geschichten und Eindrücke rund um den Klimawandel nach Potsdam zu transportieren, auch wenn dazu erst einmal u.a. Grönlandreisen notwendig sind.
Beeindruckende Projekte von Bürgerschaft und Schulen zeigten, wie sehr den Potsdamern das Klima am Herzen liegt.