C03-21 „Sonnenbank“

gewidmet an Sascha Paul

Wir haben 16km geschafft! Bis heute Mittag war es windig und bewölkt, aber es wird langsam flacher, die Sastrugis werden flacher und ab heute Vormittag waren wir auf den Back Country Ski unterwegs.

Heute haben wir die Schneedichte gemessen und das geht so: man gräbt ein schwarzes, 1m-langes Rohr einen Meter tief in den Schnee und holt es wieder raus. Dann wird gewogen. Masse durch Volumen. Im Vergleich zum letzten Jahr ein Meter mehr als man denkt. 🙂

Gemeinsam mit Franzis Oma, Corona Steber, haben wir heute das Abendessen genossen. Es gab Nudeln mit Oliven und unser Lieblingsessen Curry mit Reis. Liebe Grüße!

Wir bedanken uns an unsere Freunde von Iceploration für die Wettervorhersagen, die wissenschaftliche Betreuung, den Schatzmeister, die mentale Unterstützung, das Kartenmaterial, unser Kommunikationsmittel inreach, die Ausrüstung,… Ohne euch wäre das alles nicht möglich gewesen.

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C02-21 „Sastrugis überm Wolkenmeer“

gewidmet an unseren wissenschaftlichen Mentor Thomas Hitziger

Die ersten Meter heute sind wir mit Familie Vogg gelaufen. Das war schön!

Es geht über viele Sastrugis, die ca. einen Meter hoch sind und über die wir uns wie über Wellen rauf und runter bewegen. Wir müssen uns oft mit vollem Gewicht ins Geschirr lehnen, um über die Hügel drüber zu kommen. Die Schlitten quietschen. Bis jeder weiß wo alles auf den Schlitten verstaut ist, dauerts und das Gewicht muss gut verteilt sein, alles gut sitzen und nicht wackeln, sonst fallen die Schlitten leicht um. Es geht stetig bergauf und von hier oben sehen wir die Bergspitzen aus der Wolkendecke über dem Meer herausragen.

Wir gehen momentan alles ohne Ski. Der Schnee ist hart, schmilzt tagsüber und friert nachts wegen des starken Fallwinds vom Inlandeis her (Piteraq) Die Pausen können wir ohne Anziehen und Festmachen genießen, weil die Sonne scheint und der Wind untertags nachlässt.

Langsam ist die Weite des Inlandeises zu erahnen.

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Camp 01-21 Start auf dem Eis

C01 – 21 „Panormanablick“, gewidmet an Frenky, Gerald, Emil und Clara

Gestern ging’s mittags mit dem Heli über den Johan Peterson Fjord mit Filip Hiemer in Gedanken dabei! Danke, Filip!

Bei blauem Himmel und schönstem Sonnenschein, zeigte sich Grönland wieder einmal von seiner schönsten Seite: Packeis, Eisberge, Gletscher, Berge so weit das Auge reicht. Über die vielen Sastrugis (= stromlinienförmige Erhebungen oder Rillen im Schnee) ging’s gestern immer bergauf. Immer im T-Shirt wegen der Sonne. 

Es war ein aufregender erster Tag, an dem sich alles noch ein bisschen einspielen musste. Es gibt hin und wieder unterschiedliche Meinungen. Haben jetzt doch den Eisbärzaun dabei. Aber wir hoffen, dass wir ihn nie hören müssen! Nach 2h musste das Multitool ausgepackt werden, weil das Gestänge sich verbogen hat. Aber wir konnten es wieder reparieren und die Schlitten wieder neu beladen.

Umso besser schmeckte uns dann das Essen nachdem wir ins Zelt gekrochen sind und es uns gemütlich gemacht haben. 

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Beitragsfoto: Spurensuche2020-Expedition (15.08.2020)

Von der Westküste zur Ostküste

Samstag ging unser Flug nach Kulusuk. Von West nach Ost über das Inlandeis konnten wir eine der verlassenen amerikanischen Militärstationen DYE4 als kleinen Punkt erkennen. Im Landeanflug atemberaubende Gletscher, die sich im Meer ergossen und unzählige Eisschollen, die ein großes Puzzle bildeten.
Dann die Durchsage des Kapitäns: „Leider ist die Sicht auf den Flughafen mit Wolken verdeckt. Wir haben noch Sprit für eine Stunde Extraflugzeit, die wir mit Warteschleifen und dem Versuch zu landen verbringen werden. Danach müssen wir zurück nach Nuuk fliegen.“
So bekommen wir fünf weitere Male die Möglichkeit während den Landeversuchen die Schönheit der Natur zu bestaunen. Doch dann erlischt letztendlich das Anschnallzeichen und wir gewinnen wieder an Flughöhe. Die Stewardess verteilt Sandwiches und Getränke und erklärt uns freundlich, dass es jetzt wieder zurück nach Nuuk geht und nicht klar sei, wann der nächste Flug gehe.
Es soll wohl noch nicht sein… In Grönland merkt man sehr gut, dass die Natur hier da Sagen hat.
Sonntag probieren wir es auf ein Neues.

Montag 3.5.2021 – Tasiilaq

Wir konnten gestern dann doch noch in Kulusuk landen, bei super Wetter und umgeben vom Eisschollenmeer. Dann gings mit dem Helikopter weiter nach Tasiilaq, weil dorthin kein Boot durch das Eis im Fjord gelangen kann. Den Helikopterflug von Kulusuk nach Tasiilaq widmen wir Thomas Flittner!

Tasiilaq ist der sehr bergig mit vielen bunten Häusern und vielen spielenden Kindern. Bei einem unserer großen Vorbilder, dem internationalen Expeditionsleiter Robert Peroni, der im Hauptort Ostgrönlands wohnt und dort The Red House leitet, wurden wir zu selbstgebackenem Kuchen und Espresso eingeladen. Wir haben heute viel über Grönland erfahren. Auch hier hinterlässt die Coronapandemie ihre Spuren, die Touristen fehlen und die Existenz des Red House steht auf der Kippe. Wenn ihr Lust habt mehr darüber zu erfahren: https://the-red-house.com/de/

Wir genießen den Sonnenschein hier und melden bei der Polizei vor Ort unsere Expedition an.

Überall hängen Eisbären-Felle, von den 25 Eisbären, die die Bewohner hier pro Jahr schießen dürfen (Muttereisbären und ihre Jungen sind geschützt). Kartoffeln und einige andere Waren sind ausverkauft und werden erst mit dem Versorgungsschiff Ende Juni wieder erwartet.

Morgen werden wir vom Helikopter in der freien Wildnis Grönlands ausgesetzt. Wir freuen uns auf den Moment, wenn das Geräusch des Helikopterpropellers am Horizont erlischt und wir umgeben sind von eisiger Stille.

Startschuss für die Heim-Expedition!

Unglaublich, aber wahr. Heute kam die Email, dass wir in Grönland einreisen dürfen! Jetzt wird’s spannend!

Das meiste ist gepackt, aber bis morgen gibt es trotzdem noch viel zu tun – aus der Wartestimmung wird jetzt ganz plötzlich erwartungsvolle Vorfreude, Nervosität und Abschiedsstimmung . Morgen Früh um sieben gehts los nach Kopenhagen, wo wir den ersten PCR Test machen. Von dort aus fliegen wir am Freitag dann mit einem der drei von der Regierung zur Verfügung gestellten Flugzeuge in die grönländische Hauptstadt Nuuk. Dort müssen wir dann zehn Tage in Quarantäne und können erstmal durchatmen und Weiteres planen.

Wenn alles nach Plan geht, fliegen wir anschließend weiter nach Kulusuk an die Ostküste und von dort mit dem Helikopter nach Tasiilaq, wo wir dann endlich all unser Gepäck wiedersehen, dass seit Monaten dort auf uns wartet. Wenn unser Equipment von der Polizei dort gecheckt und unser Expeditionspermit bestätigt ist, fliegen wir mit dem Helikopter ans Eis, von wo aus wir die kommenden Wochen auf uns allein gestellt sein werden und Messungen vornehmen. Es liegen dann 800km grönländisches Inlandeis vor uns.

Wir freuen uns so sehr, dass es endlich losgeht, dass wir die erste schwere Hürde überwunden haben und dass anscheinend doch noch jemand da oben will, dass wir diese Reise anpacken!