C26-21 „Land in Sicht“

Max & Melly und @max.varun gewidmet

Haben letzte Nacht nur fünf Stunden geschlafen, weil wir heute einen längeren Tag einlegen wollten. Der Wind fegte heute mit heftigen 30km/h übers Eis, wurden vom Knattern des Zeltes geweckt. Weil der Wind zu stark zum Kiten und der Schnee zu wellig, sind wir die ersten 8km am Seil gegangen. Wenns mit dem Kiten geht, kiten wir als Seilschaft mit dem 4 m2-Kite, Ruppert wieder vorne und Franzi und Hanna hintendran. Gestern haben wir einen Vogelschwarm mit 30 Gänsen in einer Reihe fliegen gesehen. Es geht deutlich bergab, in großen Wellen.

Das erste Mal sehen wir Land! Am Horizont Berge mit ein bisschen Schnee drauf. Kaum zu glauben! Können uns noch gut an den ersten Tag erinnern. Verrückt mal was anderes zu sehen als Schnee und Eis. Erhaschen einen kurzen, weit entfernten Blick auf den Gletscher. Der größte und schnellste Gletscher zieht sich seit über einem Jahrhundert zurück. Er hat alleine zwischen 2000 und 2010 so viel Eis abgegeben, dass er einen Meeresspiegelanstieg von 1mm verursacht hat. Die Fließgeschwindigkeit des Jakobshavn Isbrae Gletschers beträgt im Sommer 20m pro Tag (Stand 2008). Am oberen Ende des Gletschers wurden teilweise sogar 46m/ Tag gemessen. Damit ist er der schnellste dauerhaft fließende Gletscher der Welt. Die Fließgeschwindigkeit wird durch ein riesiges Flusssystem unterhalb des Gletschers begünstigt. Jedes Jahr brechen schätzungsweise 35 Milliarden Tonnen Eis ins Meer.

Es wird vermutet, dass der Eisberg, den die Titanic 1912 rammte, vom Jakobshavn Isbrae stammte – im selben Jahr, in dem die Erstbegeher unserer Route, Quervain und Co., diesen Gletscher überquerten.

Gegen Abend haben wir das Swiss Camp erblickt (mittlerweile amerikanische Forschungsstation, die das Eis überwacht). Erstes menschliche Zeichen seit fast einem Monat. Wir sind noch ungefähr zwei Kilometer von unserem Camp entfernt. Unser Ziel ist es, morgen und übermorgen an den Stoberpunkten zu messen. Mehr dazu morgen

Sind froh, dass wir noch Schnee haben und er noch nicht weggetaut ist. Wer weiß wie es hier in 2 Wochen aussieht. Die Sonne leckt deutlich am Schnee.

Wir sind total glücklich, dass wir jetzt schon so nah an der Westküste sind und alles bisher so gut gelaufen ist. Kaum zu beschreiben.. Unsere Wunde heilen gut, z.B. die kleinen Erfrierungen und aufgeplatzen Lippen in unserem brauen Gesicht mit Brillenabdruck 😊

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Quellen:

https://www.swissinfo.ch/ger/swiss-camp-wacht-ueber-das-inlandeis-groenlands/1329574

https://www.spektrum.de/news/der-grund-des-schnellsten-gletschers-der-erde/1413907

https://de.wikipedia.org/wiki/Jakobshavn_Isbræ

https://www.dlr.de/content/de/bilder/2019/4/jakobshavn-isbrae-schnellster-gletscher-groenlands.html

https://www.dgpf.de/pfg/2009/pfg2009_1_Schwalbe.pdf

Foto: wikimedia

 

C24-21 und C25-21

C24-21 „Waschmaschine“, gewidmet „Ghetto 6“ in Margertshausen

Heute Vormittag kam der Wind aus unterschiedlichen Richtungen und der Schnee war warm und sehr nass, weswegen wir uns vorkamen wie in einer Waschmaschine.

Jeder von uns ist heute Vormittag mit einem Kite gestartet, dann wurde der Wind aber zu stark. Ab da gings zu dritt mit einem Kite weiter. Fühlt sich an wie Liftfahren. Ruppert vorne mit 4-m2-Kite und Franzi und Hanna mit Seil hinten dran. Mit 35-40kmh wäre der Wind für jeden einzelnen für uns zu stark gewesen. Die Sicht war sehr schlecht. Im Blindflug gings zum nächsten Camp. Da wir keinen Styroporschnee mehr haben, mussten wir heute Abend statt einer Schneemauer einen Schneehaufen bauen. Aber der Wind soll in der Nacht weniger werden. Morgen kiten wir nochmal, wenn die Bedingungen so wie vorhergesagt passen. Danach befinden wir uns im Einzugsgebiet des großen Gletschers Jakobshavn Isbræ bei Ilulissat. Sein Einzugsgebiet umfasst ungefähr 6,5% des Inlandeises. Müssen dann auf Spalten aufpassen. Es ist eklig, dass es so warm und dadurch nass ist.

Wer sich ein genaueres Bild von unserer Situation machen will kann sich mal „Nordpol“ von Helge Schneider anschauen 😁

 

C25-21 „Wunder der Natur“, Frank Ullmann

In der Früh haben wir einige Reparaturen erledigt. Dann gings mit den Kites weiter. Den Kite-Vormittag widmen wir heute an Enzo. Danke für deine großartige Unterstützung bei unserem digitalen Marketing!

Es ist wieder wellig – wie beim Aufstieg an der Ostküste. Angekommen auf einer Kuppe, sahen wir plötzlich riesige Eisaufwerfungen. Dachten erst es sind Spalten und haben uns angeseilt. Als wir näherkamen, stellten wir die Eisaufwerfungen fest, die von riesigen Seen abgeflossen waren. Die Eisskulptur heute geht an Robin Dammer-Plack. Sie war fünf Meter hoch, hat blau geschimmert, das Eis oben war aufgerissen. Das war die erste markante, krasse Veränderung. Wieder abgeseilt. Weiter gekitet. Aber der Boden war wie eine scharf-kantige Buckelpiste, weswegen wir die Kites wieder einpacken mussten.

Abends ging‘s dann weiter am Seil über die ersten Spaltenssysteme der Westküste durchzogen von Seen gefüllt mit blauem Eiswasser.

Ab jetzt geht es wieder zu Fuß weiter, weil das Gelände zu schwierig wird. Es sind noch 50km bis zu dem Ort, wo wir zwei Tage lang Messungen durchführen werden. Wir finden es ganz gut wieder langsamer unterwegs zu sein, so kommt der Kopf auch gut mit.

Langsam bekommen wir einen Geschmack von Sommer je weiter runter wir kommen. Freuen uns auf‘s Beachvolleyball spielen! Die Sonne brennt hier heiß runter und es wird deutlich wärmer.

Beim Abendessen mit Doris Auer haben wir mal weiter unten in der Essenstasche eine neue Geschmacksrichtung gefunden und es uns richtig gegönnt 😋

Gletscherfluss
(Quelle: https://lucaslaursen.com/building-a-better-glacial-speedometer/)

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Foto: Spurensuche2020-Expedition

C20 und C21

C20-21 „Kommune Qeqertalik“, „Langerringen – Da bin i dahoam“ gewidmet

Heute sind wir um 5 Uhr aufgestanden, haben die kleine Kites ausgepackt und sind in den Wind mit einer Geschwindigkeit von 30km/h gestartet. Wir bewegen uns mit dem Schneedrift über ein Schneefeld voller vom Wind entstandener Sastrugis Richtung Meer. Der Himmel kündigt den herannahenden Sturm an. Blöd ist, dass unsere Füße beim Kiten in den alpinen Schuhen kalt werden. Beim Laufen bleiben sie in den Expeditionsschuhen schön warm.

Am Abend war die Stimmung richtig schön. Die Sonne ging um Mitternacht unter und um 2 Uhr morgens wieder auf. Haben ein ein Meter tiefes Loch gebuddelt, damit das Zelt tiefer steht.

Insgesamt sind wir heute 110 km gekitet. Nach dem Abendessen um 2 Uhr nachts sind wir fix und fertig eingeschlafen. Wir haben bis auf die Eisdecke runtergegraben. Unter uns liegen jetzt 2000m Eis.

C21-21 „Eishotel“, Ramona Mörz gewidmet

Heute haben wir Heidi und Johannes Herden zum Essen in unser Eishotel eingeladen 🙂

Sitzen ins unserem ein Meter tiefen Schneeloch im Zelt, haben es uns sehr gemütlich eingerichtet, schöne Stufen zum Zelt und eine riesige bugartige Schneemauer gebaut.

Aktuell bläst der Wind mit 40km/h über unser Zelt hinweg. Wir erwarten morgen 90km/h starken Wind mit Böen mit einer Geschwindigkeit von 130km/h. Es hat -9°C, durch den Sturm wird es hier wärmer. Haben heute erst vier Stunden die Mauer gebaut, dann Mittagschlaf gemacht, Akkus geladen, Hörbuch gehört und Kocher gewartet. Freuen uns über all eure Nachrichten!

Eine Schneemauer bietet sehr guten Schutz vor Wind

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Fotos: Spurensuche2020-Expedition

C18 und C19

C18-21 „Windspiel“, Stefan Jehmüller gewidmet

Wie angekündigt mussten wir heute einen Tag Pause einlegen. Diesen Tag widmen wir Sascha Paul.

Heute haben wir erstmal ausgeschlafen, viel gedöst, Kniffel oder Poker am Handy gespielt, Hörbuch gehört oder Nachrichten geschrieben. Ein Ohr ist immer beim Wind. Manchmal wummert es ganz laut am Zelt. Hier und da wagen wir einen vorsichtigen Blick nach draußen und machen Pläne für die nächsten Tage. Eventuell möglich wären zwei Tage kiten, aber wenn der Wind zu stark wird müssen wir uns beugen und mit der Natur mitgehen.

Rings um uns herum hat sich auf dem Zelt und den Pulkas Schnee angesammelt. Wir sind für starke Stürme, die in der kommenden Woche und auf der Westseite unserer Tour häufiger werde können, gut vorbereitet. Wir können eine Windmauer aus Schneeklötzen bauen oder uns eingraben. Sind gut in der Zeit.

Haben eine kleine Inventur vom Frühstück gemacht. Wir fühlen uns im Zelt eigentlich ganz sicher.

Heim-Expedition in der Hardangervidda (Norwegen)

C19- „Wie im Flug“, Platzhirsch Langerringen gewidmet

Diesen Kite-Tag widmen wir Susanne und Edith Oefele.

Nach dem Sturmtag im Zelt mussten wir heute erstmal die Schlitten ausgraben und das Zelt von Schnee befreien. Dann gings direkt vom Zelt aus mit den Kites los. Machen alle 20km Pausen um Messungen durchzuführen. Vormittags kommen wir mit 12-18km/h vorwärts, nachmittags mit ca. 20km/h. Es ist immer flach und geht leicht bergab.

Der Schnee ist vom Sturm geprägt und durchzogen von lauter kleinen Windverwehungen. Wir haben heute 80km geschafft, das entspricht ca. vier Tagesetappen.

Beim Laufen hat man zeit zum Nachdenken. Beim Kiten muss man sich sehr konzentrieren: wo fährt man hin? Was macht der Kite? Was macht der Wind? Wie steuert man? Wo ist die Route? Krass, was die Sensorik da leistet.

Um 18Uhr ließen wir es genug sein, auch um unsere Knie nicht überzubelasten, nicht, dass noch was passiert.

Morgen starten wir nochmal einen Kiteversuch. Bereiten uns langsam seelisch auf den Sturm vor, der uns für den 24. abends und den 25./26. Mai angekündigt wurde. Dank Frank Polte sind wir immer auf dem Laufenden was das Wetter betrifft und haben genug Zeit uns vorzubereiten und zu planen.

Ihr dürft uns in der Zeit gerne Nachrichten schreiben, haben dann viel Zeit zum Antworten 🙂

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C17-21 „Klimax“

Sebastian Wydra gewidmet

Was für ein Tag! Diesen Kite-Tag wollen wir David Severin widmen.

Angefangen hat es heute sehr gemütlich mit White Out. Der Vogel war nicht mehr da. Mittags kam die Sonne raus. Heute war ein sehr warmer Tag und wir sind fast 20 km gelaufen. Unser Wetterexperte Frank Polte hat uns empfohlen am Abend noch zu kiten, weil es für morgen eine Sturmmeldung gibt, weswegen wir einen Ruhetag einlegen müssen.

Der erwartete Wind hat sich um drei Stunden verspätet und wir konnten erst um 19Uhr loskiten. Ab dann ging‘s schön romantisch Richtung Sonnenuntergang, bis wir schlussendlich von einer dicken Wolkenwand überrollt wurden. Totales White Out und Sturm. Wir haben es gerade noch geschafft die Kites zusammenzupacken und eine riesige Schneemauer zu bauen. Um 0:30Uhr waren wir dann im Zelt.

Es war heute absolut überwältigend über den höchsten Punkt dieses Rieseneisschilds auf 2552m hinüber zu fliegen, der Wind hat uns geradezu darüber hinweggefegt! So schnell konnten wir gar nicht schauen!

Diesen Moment widmen wir an Jürgen Thiele, danke für deine Unterstützung!

Es war wirklich ein Spektakel, wie ein dramaturgisches Stück mit Klimax und Gipfel mit dabei.

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C16-21 „Tiereische Höhe“

gewidmet Eva Schreiber

Heute war der zweite Kitetag in Folge und wir widmen diesen Tag der Weiher Familie. Liebe Grüße in die Heimat!

Wir haben bald den höchsten Punkt unserer Expedition erreicht. Auch wenn wir heute Früh etwas schwer aus den Federn gekommen sind, weil wir Muskelkater von den 100km kiten gestern hatten, haben wir nach den ersten Metern zu Fuß dann doch noch den Kite als Unterstützung dazu genommen. Der Wind hat sich dann zu unseren Gunsten gedreht und wurde stärker, so konnten wir mit Ski im untersten Windbereich kiten. Wir mussten viele Achter mit den Segeln fliegen und haben unsere größten Kites verwendet: zwei 12er und einen 8er Kite. Um 18Uhr wurde es windstill- damit haben wir den Tag beendet.

Am Abend hat uns doch tatsächlich ein kleiner, gelber Vogel besucht und ist immer rund ums Zelt geflogen, hat sich im Zuggeschirr versteckt, hinter dem Schlitten und rundherum. Er ist gelb, weiß, braun und flauschig, ein bisschen größer als ein Fink. Wir haben ihm Nüsse hingelegt, hoffentlich findet er sie. Unsere Schneeskulptur für die Skiabteilung des TSV Schwabmünchen fand er besonders spannend und hat sich immer wieder daraufgesetzt. Die grönländische Eiswüste hat erstaunlich viele Tiere zu bieten.

Wir haben unser Zelt heute das erste Mal anders herum aufgebaut, diesmal nach Osten ausgerichtet, nicht nach NW. Die Sonne ist auf der anderen Seite vom Zelt. Eigentlich schaut es für Außenstehende überall gleich aus, aber für uns ist jeder Schlafplatz einzigartig, wahrscheinlich weil er auch verbunden ist mit dem Gefühl des Tages.

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C15-21 „Kite-Manöver“

Malte Storm gewidmet

Diesen Kite-Tag widmen wir Thomas Hitziger (Iceploration Expedition, Spurensuche 2020), der auch genau diese Strecke letztes Jahr mit seinem Team gekitet ist.

Die ersten 10km heute ist Hanna selbst gekitet, Ruppert ist mit den Schlitten vor gekitet und ohne Schlitten zurück, um die Franzi mit ihrem Schlitten zu holen. Danach sind wir alle drei gekitet. Heute haben wir es so gemacht, dass Ruppert und die Antenne auf der Route bleiben und Hanna und Franzi leicht daneben kiten. Die Kites am Himmel zeigen uns, wo sich die anderen jeweils bewegen. Die Route verlief heute Richtung NNW, da der Wind endlich mal von hinten kam, aus NNO. Wir mussten uns so weit rechts wie möglich halten bzw. gegen den Wind kreuzen.

Haben noch zwei Gänse Richtung Osten fliegen sehen und der Ruppert hat Beweisfotos von einer Polarfuchsspur gemacht 🦊
Das Kiten hat uns richtig viel Spaß gemacht nach den letzten zwei Wochen Laufen. Endlich sind wir flotter unterwegs und nicht mehr nur Schritt für Schritt, Kilometer für Kilometer.

Es liegen jetzt 250km hinter uns, das ist ungefähr so weit wie von Schwabmünchen nach Bamberg.

 

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Foto: Spurensuche2020-Expedition

 

Photogrammetrische Arbeiten am Knud-Rasmussen-Gletscher (Grönland) – Ein Reisebereicht von Luisa

Reise in eine andere Welt

Der Sommer 2019 hielt großartige Erlebnisse bereit. Es eröffnete sich die große Chance an einer Expedition in Grönland teilzunehmen.

Dinge, die eingepackt wurden

Direkt im Anschluss an die Vorlesungszeit startete der Flieger, der mich der größten von Eismassen bedeckten Insel in der Arktis näher bringen sollte. Das Ziel war Grönland, um dort Messungen durchzuführen. Die geplante 26-stündige Anreise verzögerte sich durch Unwetter in Frankfurt leider etwas. Nach 76 Stunden sind aus dem Fenster des kleinen Propellerflugzeuges die ersten Eisberge zu sehen.

Blick aus dem Propellerflugzeug auf die Ostküste

Die Maschine fliegt zwischen den Bergen hindurch, bevor sie auf einer Schotterpiste landet. Am Flugplatz warten bereits Arved Fuchs und ein weiteres Crewmitglied, um die Neuankömmlinge zu begrüßen. Mit mir reisen Arveds Frau Brigitte sowie der Kameramann Tim an. Durch die Verzögerung ist Prof. Karel Pavelka von der CTU in Prag bereits vor Ort und alle gehen gemeinsam an Bord der Dagmar Aaen. Der ehemalige Fischkutter ist als Expeditionsschiff umgebaut, welches für Arved Fuchs in den letzten Jahrzehnten zum treuen Wegbegleiter bei seinen zahlreichen Expeditionen in den Polarregionen wurde.

Dagmar Aaen ankert im Fjord

Nach einem freundlichen Empfang der ganzen Crew startet die Fahrt in Richtung des Knud Rasmussen Gletschers. Es wird von Windstille und tagelangem Sonnenschein erzählt, doch der Empfang ist eher trüb und regnerisch.

Das stört jedoch niemanden und so werden an diesem Tag noch etwa 50 km zurückgelegt, bevor der Ruf kommt „Anker ist klar zum Fallen“, welcher mit dem Kommando zum Fallenlassen und der notwendigen Länge der Ankerkette erwidert wird. Auf dem Schiff wird die Wache im Dreischichtsystem durchgeführt, sodass immer drei Leute für jeweils vier Stunden verantwortlich sind. Während der Ankerwache muss nur eine Person des Dreierteams wach sein. Am Abend verkriechen sich alle in ihre Kojen. Diese sind von der Größe mit einem Sarg vergleichbar und Schlafpositionen mit angewinkelten Beinen lassen sich nur schwer einnehmen. Es sollte beim Schlafenlegen darauf geachtet werden, ob der Kopf oder die Beine zuerst hinein müssen. Anschließend kann die hölzerne Schiebetür geschlossen werden.

Fahrt zum Knud-Rasmussen-Gletscher

Am nächsten Morgen wird die Crew durch das Geklapper der Töpfe und den frischen Kaffeeduft geweckt. Der Koch Thomas bereitet für das Frühstück Kaiserschmarrn zu. Außerdem macht sich die Zeitverschiebung von vier Stunden bemerkbar, sodass die Neuankömmlinge sehr früh wach sind. Nach der vorzüglichen Stärkung wird der Anker gelichtet und die Fahrt zum Gletscher fortgesetzt, der schon aus großer Entfernung zu sehen ist.

Knud-Rasmussen-Gletscher aus der Ferne (rechts im Bild)

In einem Buch sind Luftaufnahmen von 1933 und 2013, welche die Veränderungen der Gletscher dokumentieren. Das Ausmaß ist erschreckend. Der Knud-Rasmussen-Gletscher ist zwar nicht so weit zurückgegangen, aber deutlich dünner geworden und die seitlichen kleineren Gletscher reichen nicht mehr bis zum Wasser. Einige Kilometer zuvor öffnet sich der Blick zum Kârale-Gletscher. Dort ist der Rückgang deutlich sichtbar. Die Gletscherzunge hat sich um mehrere Kilometer zurückgezogen und mehrfach geteilt.

Blick zum Kârale-Gletscher
Aufbau für photogrammetrische Messung

Im Fjord treiben einige Eisberge, aber erstaunlicherweise sind es so wenige, dass die Fahrt mit der Dagmar Aaen kein großes Problem darstellt. Dennoch wartet das Schiff in ausreichendem Abstand und ein Teil der Besatzung macht sich mit dem Beiboot auf den Weg an Land. Dort beginnt das Messprogramm von Karel. Es sollen photogrammetrische Messungen am Knud-Rasmussen-Gletscher durchgeführt werden.

Zunächst müssen die für den Flug sicher verpackten Einzelteile ausgepackt und zusammengebaut werden. Das aus Styropor bestehende Leichtflugzeug von eBee besitzt einen Propeller und zwei mit Servomotoren gesteuerte Flügel. Im kompakten Herzstück dieser Drohne ist viel Elektronik verbaut, beispielsweise für die Windmessung, das GPS oder optische Sensoren, die bei der Landung unterstützend wirken. Außerdem werden ein Akku sowie die Kamera eingelegt. Im Programm eMotion hat Karel bereits ein Satellitenfoto als Anhaltspunkt hinterlegt, welches allerdings mit den tatsächlichen Koordinaten nicht übereinstimmt. Das ist in diesen Regionen nicht selten der Fall. Auf Basis des Fotos wurde ein Flugplan erstellt. Die etwa 2 km breite Gletscherzunge soll in Bahnen überflogen werden, wobei die Richtung und Höhe oder die Pixelgröße eingestellt wird. Außerdem muss eine geeignete Position für die Landung festgelegt werden, was inmitten des Geröllfeldes der Moräne nicht so einfach ist. Das Leichtflugzeug wird von Karel aus der Hand gestartet und empfängt über ein Radiomodem die Signale. Der Flug dauert etwa eine halbe Stunde und es entstehen ca. 160 Fotos auf einem 2 km x 500 m großen Areal.

Karel startet die Drohne

Nach etwa drei Stunden wird das Gebiet erneut überflogen, allerdings mit einem leicht veränderten Flugplan, da das Signal kurz vor Ende des ersten Fluges hinter einem Berg verschwand und der Flug abgebrochen wurde. Der zweite Überflug konnte erfolgreich durchgeführt werden. Die Einzelteile wurden sicher verpackt und es ging zurück zur Dagmar Aaen. Anhand der zahlreichen Bilder lässt sich je Überflug ein digitales Geländemodell generieren. Dazu wird das Programm Pix4D genutzt und zunächst eine Punktwolke erzeugt. So ist es möglich, aus den beiden Geländemodellen die Verschiebung an verschiedenen Stellen zu berechnen. Erwartungsgemäß ist die Geschwindigkeit in der Mitte des Gletschers deutlich höher als am Rand.

Die photogrammetrischen Messungen waren tagesfüllend, sodass die Nachricht über einen örtlichen Fischer, der am Schiff anhielt und seinen frisch gefangenen Heilbutt verkaufte, sehr erfreulich war. Thomas hat diesen ausgenommen und zu einem vorzüglichen Abendessen zubereitet. Nachdem ein ruhiger Platz zum Ankern gefunden ist, springen zwei verrückte Crewmitglieder bei herrlichem Sonnenschein kurz in das eisige 3°C kalte Wasser.

Skurrile Formen der Eisberge

Die Routine auf dem Schiff ist immer ähnlich. Nach dem nächtlichen Wachdienst gibt es frischen Kaffee für alle. Das Frühstück variiert zwischen Müsli mit Blaubeersuppe und Obst oder selbstgebackenem Brot. Ab und zu gibt es besondere Leckereien, wie beispielsweise den Kaiserschmarrn. Während die Crew das Schiff klar macht, gibt es immer eine Person, welche die Backschaft übernimmt. Dazu gehört der gesamte Abwasch, der an diesem Tag anfällt. Zunächst sollte dieser mit Salzwasser vorgespült werden, bevor das Süßwasser aus dem Tank verwendet wird. Der Tank hat begrenzte Ressourcen, sodass frisches Wasser an kleinen Gletscherflüssen mit Wassersäcken geholt werden muss, um diesen nachzufüllen. Außerdem erhält der Koch Unterstützung vom Backschafter beim Kochen, Schnippeln und Vorbereiten der Mahlzeiten. Weiterhin gehört das Reinigen der Aufenthaltsräume sowie der Toiletten dazu. Dafür werden Lappen in verschiedenen Farben verwendet. Besonders angenehm ist dieser Dienst an Tagen, an denen ein Teil der Crew an Land ist und das Schiff ohne Wellengang ruhig im Fjord liegt.

Bei der Weiterfahrt an einem anderen Tag wurde die Dagmar Aaen zwischen den Eisbergen mit Hilfe von Handzeichen am Bug des Schiffes hindurchmanövriert. Die am Ruder befindliche Person muss sich voll auf den Vordermann verlassen können. Es geht in Richtung Kârale-Gletscher. An einer ruhigeren Stelle wartet das Schiff und ein Teil der Besatzung geht an Land, um eine Müllsammelaktion durchzuführen. An einem Strandabschnitt werden sämtliche Plastikteile, Fischernetze und anderer Abfall genau dokumentiert. An diesen unbewohnten, entlegenen Küstenabschnitten kommen nicht viele Menschen vorbei, sodass dieser Müll vom Meer angespült wurde. Diese Aktionen wurden vom Team der Dagmar Aaen an Stränden in unterschiedlichsten Regionen im Rahmen der Expedition „Ocean Change – Turn the page“ durchgeführt.

Die nächste größere Station ist die ehemalige US-Militärbasis „Bluie East II“. Für die dort durchzuführenden Unternehmungen ist mehr Zeit eingeplant. Das Schiff kommt am Nachmittag an, sodass bereits kurz danach ein Teil der Crew an Land geht und sich ein wenig umschaut. Es wird von einem riesigen Areal mit alten Autos, Bergen von auslaufenden Fässern, einer Schotterlandebahn sowie einem eingestürzten Flugzeughangar berichtet. Hinter der Kuppe versteckt sich ein kleiner Bergsee.

Arved und Matze besuchen die Station nicht zum ersten Mal. Hintergrund des erneuten Besuches ist die geplante baldige Räumungsaktion durch eine grönländische Firma. Die Amerikaner haben diese 1947 Hals über Kopf verlassen und vieles an Ort und Stelle liegen gelassen. Es gab Zahlungen der USA an Dänemark, um dort aufzuräumen. Das soll nun gemacht werden, doch die Bevölkerung Ostgrönlands steht diesem Vorhaben gespalten gegenüber. Es werden Bootstouren für Touristen angeboten, um sich die Militärbasis anzuschauen. Für die Grönländer ist der Tourismus sehr wichtig, da sie selbst kein produzierendes Gewerbe haben. Die dänischen Versorgungsschiffe können nur im Sommerhalbjahr verkehren, denn das Meer ist den Rest des Jahres zugefroren.

Zurückgelassene Fahrzeuge, Maschinen und anderer Schrott
Vom Rost zerfressene Fässer sind ausgelaufen und der Inhalt im Boden versickert.

Der Kameramann Tim ist mit an Bord und möchte dort zahlreiche Film- sowie Drohnenaufnahmen machen. Zur Ausrüstung gehören unter anderem eine Videokamera, eine 360°-Kamera, eine Drohne für Luftaufnahmen sowie ein Audiorecorder für Sprache und Geräusche. Des Weiteren ist an Bord der Dagmar Aaen eine Unterwasserdrohne vorhanden. Das aufgenommene Material kommt auf den öffentlichkeitswirksamen Kanälen von Arved Fuchs sowie bei Fernseh- und Radiosendungen zum Einsatz. Matze, ein weiteres Crewmitglied, ist hauptberuflich beim Norddeutschen Rundfunk und präsentiert die Expedition in diesem Umfeld. Außerdem ist er stark in die Untersuchungen an der Bluie East II involviert.

Arved Fuchs inmitten der Berge aus Fässern

Es sind zahlreiche Boden- sowie Flüssigkeitsproben geplant, die später an einem Institut für Umweltanalytik in Bayern untersucht und ausgewertet werden. Die Durchführung der Entnahme ist sehr genau vorgeschrieben. Es gibt einen speziellen Bohrer und einen Becher mit denen der Boden entnommen wird. Außerdem sind die Schichten von 0 cm bis 10 cm sowie von 10 cm bis 50 cm zu unterscheiden. Die Stelle wird fotografisch dokumentiert und mit der GPS-Position verortet. Für jede Probe ist ein Behälter vorgesehen und es gibt ein kleines Glasfläschchen, in welches ein Teil des Materials gefüllt und anschließend luftdicht verplombt wird, um mögliche austretende Gase nachzuweisen.

Insgesamt sind etwa 40 Proben zu nehmen, wobei die beiden Durchführenden, Matze und Lauren, die Stellen auswählen, an denen sie kontaminierte Böden vermuten. Dazu zählen ausgelaufene Fässer oder mögliche Asbestreste der Häuser und Werkstätten. Zur Ausstattung gehörte außerdem ein Geigerzähler, um Alpha-, Beta- und Gammastrahlung zu detektieren. Dieser zeigte jedoch keine bedenklichen oder gesundheitsschädlichen Werte an.

Bei der Abfahrt ist erkennbar, dass die ganze Militärbasis strategisch gut gelegen ist. Die Landebahn passt sich in die Landschaft ein und der Hangar sowie die Wirtschaftsgebäude und Werkstätten sind vom Wasser nicht einsehbar, sondern hinter der Kuppe versteckt. Der Bergsee, welcher vom darüber liegenden Gletscher gespeist wird, bleibt vollständig verborgen. Je weiter sich das Schiff entfernt, desto mehr verschwimmen die Anzeichen von Zivilisation mit der Landschaft.

Die Natur hat sich das Areal teilweise zurück geholt.

Für einen Abend geht es für die Dagmar Aaen zu der kleinen Ortschaft Kuumiit. Auf dem Weg dahin bietet sich der Crew ein gewaltiges Naturschauspiel. Neben den großen Eisbergen im Fjord sind in der Ferne Fontänen von ein paar Walen zu sehen. Das Fernglas und die Kameras werden hervorgeholt und je näher das Schiff kommt, desto deutlicher ist erkennbar, dass es sich um zwei Wale handelt, die einen Schwarm Vögel um sich scharen. Während sich alle auf der einen Seite der Dagmar Aaen sammeln, kommt von Lauren der Ruf „Pottwal!“ und sie deutet auf die andere Seite. Mit gedrosseltem Motor dreht der Steuermann eine Runde, sodass das Schiff sehr nah herankommt. Der Pottwal liegt ruhig wie ein Baumstamm im Wasser und bläst ab und zu seitlich aus. Nach einer Weile beginnt er tiefer zu atmen und der Rücken wölbt sich stärker. Einige dieser tiefen Atemzüge reichen aus, bevor er seine Fluke in der Abendsonne zeigt und in die Tiefe abtaucht.

Pottwal taucht ab
Hund mit Jungen

Im Anschluss an dieses grandiose Erlebnis ist es nur noch ein kurzes Stück bis zum Steg in Kuumiit. Der Anleger an der Fischfabrik ist zum Glück frei, sodass das Schiff festmachen kann und keine Ankerwache notwendig ist. Nachdem alles erledigt ist, geht es noch zu einer kleinen Erkundung durch das Dorf. Der Weg dorthin ist sehr steil, sandig und nicht befestigt, sodass Autos kaum eine Chance haben. Im Dorf sind ein Radlader sowie ein Quad und jede Menge Kinderwagen zu sehen. Die übrigen Fortbewegungsmittel sind nur zu anderen Jahreszeiten benutzbar. Es gibt einige Motorschlitten, Hundeschlitten und Kinderschlitten. Außerdem sind fast vor jedem Haus Hunde angekettet, die diese im Winter ziehen müssen.

Friedhof von Kuumiit

Auf den Wegen sind viele Menschen unterwegs, die die Fremdlinge ein wenig argwöhnisch anschauen, aber immer freundlich lächeln. Eine Verständigung ist leider nur mit Händen, Füßen und Lächeln möglich, da die Menschen Dänisch und Grönländisch (bzw. Tunumiisut, ihren regionalen Dialekt) sprechen. Ein paar Kinder spielen Fußball und machen Faxen. Am anderen Ende des Ortes ist ein Hubschrauberlandeplatz und ein kleiner Friedhof. Dort stehen jede Menge weiße Kreuze, aber die meisten haben nur eine Nummer, um den Namen des Toten wieder frei zu geben. Außerdem sollen die Toten einen guten Blick zum Meer haben, da dies ein wichtiges Element im Leben der Menschen ist. Auf den Gräbern liegen vorwiegend blaue und rote Kunstblumen.

Beim Weitergehen befindet sich ganz am Rand des Dorfes eine Mülldeponie, welche schon fast ins Meer abrutscht. Auch auf den Grundstücken liegen kaputte Bootsmotoren, alte Spielzeuge und Verpackungsreste. Durch die Versorgung der dänischen Schiffe kommt viel Abfall mit auf die Insel, welcher schwer zu entsorgen ist. Es gibt nur wenige Verbrennungsanlagen, sodass dieser gesammelt, gepresst und nach und nach von den Dänen abgeholt wird.

Blick auf die bunten Häuser des Dorfes

Schon aus der Ferne und auch beim Laufen durch den Ort fallen die bunten Häuser auf. Aus den Farben lassen sich zum Teil die Funktionen ablesen. Ärzte und Krankenhäuser sind beispielsweise gelb und öffentliche Gebäude wie Schule, Supermarkt oder Verwaltung sind rot. Die Polizei ist schwarz und blau steht für Versorgungsgebäude. Dazu zählen Fischfabriken sowie Gebäude für die Wasserversorgung und Elektrizität. In Kuumiit gibt es keine Wasserleitungen zu den Häusern. Die Menschen müssen sich dieses an zentralen Punkten holen und das Abwasser läuft entweder in kleinen Bächen ins Meer oder es steht ein Eimer außen am Haus, in dem die Fäkalien aufgefangen werden. Nachdem ein paar Eindrücke gesammelt sind, übernachtet die Crew an Bord.

Kuumiit in der Abendsonne

Da die Abfahrt am nächsten Tag erst für Mittag angesetzt ist, bleibt erneut Zeit, den Ort anzuschauen. Der Supermarkt und die Kirche werden inspiziert. Dort hängt ein traditionelles Frauenboot und ein modernes Segelschiff. Auf dem Lampenschirm sind verschiedene Disney-Prinzessinnen abgebildet. Beim Laufen durch die Ortschaft werden Thomas und ich auf Englisch angesprochen. Es stellt sich heraus, dass es ein Arzt ist, der von Färöer stammt. Er erzählt den Beiden eine Menge von Grönland und den Menschen dort. Nach einer Weile gesellen sich ein weiteres Crewmitglied und ein Einheimischer dazu. Er bietet seinen frisch gefangenen Fisch an. Der Koch Thomas ist sofort begeistert, sodass sie ihm zu seinem Haus folgen und er einen großen gepunkteten Wels verkauft. Im Anschluss daran werden sie von dem Arzt in sein Haus eingeladen und hören viel über die Probleme und Chancen sowie Bräuche der Grönländer. Nach den Gesprächen kehren die Drei zur Dagmar Aaen zurück und setzen die Fahrt fort.

Bei der Abfahrt von Kuumiit zeigt sich erneut ein Pottwal, möglicherweise war es derselbe. Der Kurs führt aus den Fjorden heraus zum Meer. Der Unterschied ist nur durch den verstärkten Wind im Gesicht und die fehlende Felswand auf der Backbordseite auszumachen. Wellen sind kaum vorhanden. Einige Eisberge sind noch zu sehen und die schroffe Landschaft der Küste. Als vermehrt Hubschrauber über das Schiff hinweg fliegen, kommt der größere Ort Tasiilaq näher. Es handelt sich um Pendelflüge zum Flughafen in Kulusuk. Nach einer Felsnase öffnet sich ein Fjord, welcher ebenfalls Tasiilaq heißt. Beim Erreichen des Ortes ist zuerst ein riesiger Müllberg zu sehen, der in den letzten Jahren ein wenig geschrumpft sein soll und der Campingplatz. Anschließend öffnet sich auch der Blick auf die kleine Stadt. Karel und ich packen die Sachen, verabschieden sich von allen, verlassen die Dagmar Aaen und beziehen Quartier auf dem Campingplatz.

Damit endet die lehrreiche, abenteuerliche und unglaublich spannende Zeit mit Arved Fuchs und seiner Crew. Die Expedition Ocean Change geht weiter und im Rahmen dieser finden zahlreiche Projekte rund um die Themen Klimawandel, Verschmutzung der Meere und mögliche Lösungsansätze statt. Weitere Informationen, Texte und Filme zur Expedition gibt es auf folgender Webseite: https://www.arved-fuchs.de/expeditionen/ocean-change-0

Verfasst von Luisa Näke

Dagmar Aaen ankert im morgendlichen Nebel